Ihre Mutter ist jetzt für sechs Wochen weg, um gesund zu werden.
Alle Segenswünsche und all das liegen jetzt auf ihr.
Alle.
Und meine drei Kinder sind große, große Helden. Jede andere Beschreibung wäre eine unverschämte, böse Lüge.
2010-12-18
Sechs Wochen.
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gerdbrunzema
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2010-11-04
Bildschirm und schweigende Kinder.
Vor einigen Tagen endete die Zeit, in der ich wegen eines defekten Bildschirms nur sehr eingeschränkt Zugang zum Interweb hatte.
Zwei Dinge.
Es war eine sehr gesunde Zeit, in der ich sehr viele nützliche, fällige und wichtige Dinge gemacht habe. Eine Zeit, in der ich, weil Job-Sachen fast ausschließlich über eMail organisiert werden, mehrere wichtige Sachen falsch oder überhaupt nicht gemacht habe.
Jetzt, wo alles wieder funzt, hab ich ein hartnäckiges fremdeln mit dem Netz. Und ich bin eigentlich ganz glücklich damit.
Was anderes. Ich helfe zur Zeit bei dem Versuch, Kindern, die aus verschiedenen Gründen mit ihren Familien in einem Asylantenheim wohnen, einmal in der Woche eine Zeit und einen Raum zu verschaffen, wo sie in einer strukturierten Umgebung spielen können. Ich werd hier nicht in Details gehen, und ich weiß auch nicht sicher, ob das im Resultat in irgendeiner Weise nützlich ist (obwohl ich das glaube. Ich bin davon überzeugt, dass das so ist. Sonst würde ich das nicht machen), ABER, Himmel, was gibt es für Lebensläufe.
Das sind Kinder, die stolz sind, die kämpfen gewohnt sind, die laut sind, die misstrauisch sind, die schlau sind, die ehrlich sind. Die dich anschweigen. Lange. Und dann, wenn sie sicher sind, das du ihnen freundlich bist, kurz und schnell Lächeln. Und dann wieder schweigen.
Ich kann das nicht gut erklären, aber diese Kinder sind etwas sehr großartiges, und ihr Wohlergehen ist mir sehr sehr wichtig geworden.
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gerdbrunzema
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2010-07-14
Urlaub.
Auf nach Sylt, dem schwarzen Autoaufkleber.
Mit allen Kindern. Mit ganz viel anderen Kindern. Einhundertfünfundzwanzig, um genau zu sein.
Kinderfreizeit.
Bis ich wieder da bin, wird es hier still sein.
Ich wünsche schöne Ferien!
2010-05-25
Dunkelmuseum.

Matratzen waren die Wände und das Dach. Abgedichtet wurde mit Decken und Kissen. Sauwarm wars da drin. Ich und die Kleine mussten die Dinge, die sie darin versteckt hatten, finden, fühlen und sagen was das ist. Ich hab sogar den Luftballon, den sie an die Decke geklemmt haben, gefunden.
Ich hatte alles richtig. Hab viel Lob dafür bekommen.
Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle. Ich liebe sie alle.
Ich liebe sie alle.
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2009-09-29
Demokratie.
Es war ja letztens Bundestagswahl. Aber darum gehts hier gar nicht.
Ich bin mit meinen drei kleinen am Sonntag in ihre Schule gegangen, weil, das war das Wahllokal. In den Klassenräumen der Mittleren und der Großen wurde gewählt. Wir haben uns da auf die Zuschauerplätze gesetzt und der Verlosung zugesehen. Die Wahlhelfer haben uns sogar Salzstangen gegeben.
Meine Mittlereso: Papa, warum macht die Frau immer diese blaue Pappe auf den Schlitz von der Mülltonne?
Ichso: Damit nicht heimlich jemand da zweimal einen Stimmzettel da reinschmeißt. Jeder darf nur einmal.
Meine Kleineso: Und was ist, wenn einer da hingeht und den Zettel da rein tut und dann geht er zum Frisör und dann kommt er wieder und keiner sieht, dass der schon mal da war?
Ichso: Ja, das ist ein Problem. Dafür hat man alle, die hier wählen dürfen nummeriert und jeder muss seine Nummer mitbringen und der Mann da guckt in der Liste nach ob die Nummer auf der Liste ist, so dass der hier wählen darf, und dann macht der einen Haken bei dem Namen, damit der nicht nochmal kann. Verstehst Du?
Meine Kleineso: Darf ich noch eine Salzstange?
Wir waren da ungefähr eine halbe Stunde und haben den Leuten beim Wählen zugeschaut.
War voll schön.
2009-09-28
Schneckenwitz.
Hach. Herrlich.
Meine Große so: Papa, was war das, mach nochmal!
Ich so: Ich glaub, das ist für Kinder nicht witzig.
Meine Mittlere so: DOCHMACHNOCHMAL!!!! DOCHMACHNOCHMAL!!!! DOCHMACHNOCHMAL!!!! DOCHMACHNOCHMAL!!!!
Also nochmal.
Die Kinder lachen. sich. schlapp.
Ich so: Na, sooo witzig ist das nun auch wieder nich.
Meine Große so: Doch!! Die Schnecke kommt doch gar nicht an die Klingel!!
Ich muss noch mehr Kurt Krömer Witze suchen.
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gerdbrunzema
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2009-08-05
Mach das nochmal beim ersten Mal.
Sie hockte in einer Nische hinter meinem Zeichenschrank und schrie. Sie sah aus wie ein gotischer Wasserspeier mit panischen Augen. "Was ist denn?" Ihr Versuch, in dem Schreien etwas zu sagen scheitert vollständig. Ich versuche, sie anzufassen, sie dreht sich weg, ein Stein. "OK, pass auf, ich komm noch mal wieder, wenn du dich etwas beruhigt hast, und dann sagst du mir was ist, ja?" Verzweifeltes Aufschreien. Die anderen beiden schauen mich mit beunruhigten Gesichtern an. Ich gehe ins Bad und schaue in den Spiegel. Dann mache ich die Augen zu. Alles orange und lila, jetzt. Dann gehe ich wieder zu ihr, hocke mich wieder zu ihr. "Soll ich dich in den Arm nehmen?" und versuche das langsam. Der Stein wird dunkelrot. Ich nehme sie und trage sie ins Bad, Gummizelle, denke ich in den Spiegel. Wir sitzen auf dem Klo, also ich mit ihr jetzt, und ich warte, bis sie etwas leiser wird. Sie schreit. Und gähnt unvermittelt. Und schreit. Sie versucht verzweifelt, sich verständlich zu machen. Die anderen beiden stehen nicht im Türrahmen, so sehr.
In einem Fenster relativer Erschöpfung verstehe ich, was sie sagt, dass sie wollte, dass ich sie in den Arm nehme. "Aber ich habe dich doch im Arm!" "ABER BEIM ERSTEN MAL!!!!" "Das geht jetzt leider nicht mehr, aber es ist doch gut, das ich dich jetzt im Arm habe, oder?"
Was nun geschah ist nicht leicht zu beschreiben. Ihr weinendes Gesicht bekam eine grenzenlose Wut. Ihr Zorn überstieg offensichtlich alle Zeitkonzepte. Ihr gelang es nun einwandfrei "DOCH!" zu schreien. Immer wieder. Immer wieder. "OK,OK, weißt du was, wir gehen wieder zum Zeichenschrank, du setzt dich hin und weinst richtig tüchtig und ich komme dann und nehme dich in den Arm, ja?" Sie schreit, während ich sie zu der Nische hinter dem Zeichenschrank trage. "AHABER DAHAHAS IST GAR NNNNNICHT DAS ERSTE MAL!!" "Du bist ganz schön müde, nicht?" Sie nickt und schließt die Augen. Und schreit. Ich nehme sie wieder vorsichtig und lege sie auf ihr Bett, und ich und die anderen streicheln sie. Sie ist dann bald einfach aus Erschöpfung eingeschlafen.
Dies hat sich, abgesehen von einigen Änderungen und Ergänzungen, die aber den Sinn nicht verändern, mildern oder schärfen, vor einigen Wochen bei mir so zugetragen. Das Ganze dauerte insgesamt etwas mehr als zwei Stunden.
Sie ist im Grundschulalter, einem Alter wo ihr das Konzept von Zeit absolut klar ist. So ein Rücksturz in solch archaische Wut geht nur, wenn der große Schmerz, der zu bewältigen ist, einfach zu groß wird für die noch jungen, noch unerprobten rationalen Strukturen.
Das geht überhaupt nur, wenn so großer Schaden ihr entstand. Und wenn man müde ist. Und so war es denn auch. Ist es auch. Und, ja, mit Schuld, und wie man damit umgeht und umgehen kann, hat das auch zu tun. Aber das ist ein weites Feld.
Ich denke seitdem oft daran. Und wünschte, ich könnte ihr die Last lindern.
Am nächsten Tag, bleibt zu ergänzen, haben die anderen ihr von der Sache erzählt als müsse sie unbedingt erfahren, was nach dem Filmriss passierte.
Und sie hat dann die Geschichte immer wieder nacherzählt, stolz, im Mittelpunkt einer superlustigen Geschichte zu sein.
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gerdbrunzema
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2009-08-01
If you don`t know how to fix it, stop breakin it.
Es ist zum verzweifeln.
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gerdbrunzema
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2008-12-15
Zahlzauber.
Meine Mittlere zu meiner Kleinen so: Soll ich dir mal GANZ schnell was sagen?
Zwanzig,
Neunzehn,
Achtzehn,
Siebzehn,
äh,
Sechzehn,
Fünfzehn,
ähm,
Vierzehn,
Dreizehn,
Zwölf,
Elf,
Zehn,
Neun,
Acht,
Sieben,
Sechs,
Fünf,
Vier,
Drei,
Zwei,
Eins.
Meine Kleine so: Hundert.
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gerdbrunzema
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2008-12-13
Gemerke.
Gestern meine Kleine, an der Bushaltestelle auf dem Weg zu Isabo.
Papa, ich hab Durst! [der Klassiker]
Nee, hast du nicht.
Doch!
Nee, ich bin dein Papa, ich weiß das. [Ach, das waren noch Zeiten, als das funktionierte. Aber man kanns ja versuchen, schon allein aus Nostalgie...]
NEIN! Das weiß du gar nicht!
Doch.
NEIN! Papa, du hast ja mein Gemerke gar nicht.
[Tja. Durchschaut.]
Es war übrigens extrem super bei Isabo.
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gerdbrunzema
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2008-12-05
Asia Quick.
Eigentlich wollten wir ja zu den Pfadfindern. Pfadfindern ist toll. Zumindest für Kinder. Und für verbissen Junggebliebene, für die ich ein herzliches BÖÄÄÄRKS! übrig habe.
Wir also los. Ab in den Bus. Ich will neben Papa, nein ich, nein du bist immer neben Papa, nee gar nicht, doch, buähähäh.
Im Bus wird das ja gern mal langweilig.
"Papa, ich hab Durst."
[Erzähler: Man muss dazu wissen, dass ich sie, mit Apfelsaft besoffen und ausgiebig pullern gegangen seiend, vom Kinderhort abgeholt habe.]
"Papa, ich hab Durst."
"Aha."
"PAPA,ICH HAB DURST!!"
"Willst du meinen Finger trinken?"
"Dein Finger ist was zum essen, und nicht zum trinken!"
Die Pfadfinder waren nicht da, wo wir sie zu treffen hofften. Wie das so ist mit Pfadfindern.
Anruf: Wo seid Ihr? Ausgefallen, morgen ist Weihnachtsfest, sorry, tschüss.
So Kinners, Was machen wir jetzt? Wir können doch was essen!
Oja!! Papa, können wir asisch essen gehen?
OK, gehen wir asisch essen.
Noch mal Bus. Zurück. Einfach die Textstelle oben nochmal lesen.
So, was wollt ihr denn haben?
Schaaaf!!
Ja, hier ist fast alles scharf, welches denn.
Papa, ich weiß nicht wie das heißt, aber es war was mit Gemüse.
Wir haben dann dreimal was scharfes mit Gemüse bestellt.
Aber da war ja noch was. Man beliebte, Durst zu haben. Wir zur Theke. Dort gabe es Aloha [Man lasse sich von der Musik der Website nicht täuschen. Gar nicht cool. Scheußlich.]
Dummerweise gab es mehrere Sorten.
Ich nehm die!
Und ich die!
Und ich Die auch!
Nee, ich will nicht die gleiche wie du! Dann nehm ich eben die!
Na gut, dann nehm ich die!
Nee, das ist aber meine! Das ist gemein, du nimmst IMMER das was ich nehm.
Gar nicht!
Doch, so wie neulich, als wir...
Nee, gehn se ruhig vor, das dauert hier noch ein bisschen.
Zurück am Tisch.
Papa, warum essen die Asier mit Stäbchen? Dürfen die keine Messer und Gabel haben?
Doch, die finden das aber besser mit Stäbchen [Erzähler: Das war ein schwerer taktischer Fehler, wie sich gleich herausstellen wird].
Papa, ich will auch mit Stäbchen essen, ich kann das nämlich schon.
Na gut. [Ihr zu sagen, nein, das kannst du noch nicht, sagte man mir, sei nicht gut für das Selbstbewusstsein des Kindes. Nu. Dafür tu ich doch alles.]
Sie holt so ein Papierverpacktes Stäbchendings, das man auseinander brechen muss. Sie ist begeistert bei der Sache, hochkonzentriert.
Hörmal, nein, hörm... Hallo. HALLO! Hörmal, es geht besser, wenn du die Stäbchen in eine Hand nimmst, warte ich wisch das mal w... nein, hör doch mal auf, warte!
Ich bin echt stolz auf ihre Fähigkeit zur Fokussierung und Konzentration. AAAAAHHHHH!
Papa wir sind satt können wir was malen?
Sie konnten dort tatsächlich, freundeten sich mit einer Laura an und ich mit dem Resteaufessen und der Süddeutschen Zeitung.
Und ich liebe sie von ganzem Herzen.
2008-07-03
Coka.
Coka
Coka cola
Si ja
Si ja bella
Eier flu
Dumme Kuh
Wer bist du
Ene mene jaja.
Während meine Große meiner Mittleren gegenübersteht, entsteht eine Wolke fliegender Hände zwischen ihnen, während sie obiges, dies oder dies deklamieren.
Die Hip-Hop Begrüßungsrituale haben dagegen gemessen etwas sehr vorruhestandsartiges.
Ich habe schon als kleiner Junge den Sinn dieser Mädchentätigkeit nicht erfassen können. Jetzt, im gesetzteren Alter erschließt sich mir langsam die Ästhetik dieses Action-Dichting (Slap-Poetry, sozusagen).
Ich habe ja schon einmal über das Liedgut unserer Jugend berichtet.
Ich finde das alles hochspannend.
Aber da gibt es bestimmt Literaturwissenschaftler, die (wie zum Metzger geht der Plural von Almanach?? Almanachae? Almanachata? Almanachse?) Almanache oderwiedasheis darüber nicht machen sondern erstellen.
Achnaja.
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gerdbrunzema
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2008-07-02
Dam dam deo.
Dam dam deo
Dam dam deo
Olé olé
Si si deo
Si si
Olé olé
Ene mene ja ja
Ocke bocke
Ocke bocke
Ocke bocke
Tu.
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gerdbrunzema
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2008-07-01
Sisse mala fista.
Sisse mala fista
Amba lumba
Lumlum Charlie
Yes yes
Yes yes Charlie
No no
No no Charlie
Sisse mala fista
Yes.
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gerdbrunzema
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2008-06-11
Holthusen.
Ichso: Was wollen wir denn machen?
Siealleso: SCHWIMMENGEHEN SCHWIMMENGEHEN SCHIMMENGEHEN!
Ichso: Ok. In welches Schwimmbad denn?
Meine Große so: In das mit den hohen Wellen!
Meine Mittlere: NEEEEE! In das Kellinghusenbad!
Ichso: Aber dass sind doch...
Meine Kleine weinerlich: Ne, das willichnich. Ich will in ganz warmes Wasser, weil, da friert man nicht. Und ich will nämlich gar nicht frieren.
Wir sind dann ins Holthusenbad. Die Preise dort sind, sagenwirmal, an den Ölpreis gekoppelt. Aber es ist ja noch Anfang des Monats, und das Geld noch nicht so alle. Und die Badewanne als die schönere Variante hatten wir schon mal.
Wir also hin.
Da ich meine Badehose ähm, kurzfristig verloren hatte, habe ich im Holthusenbad dann eine neue erstanden. Die hatte dann zwar wider Erwarten keine handgefertigte Perlenstickerei, aber es war ja noch Anfang des Monats.
Wir waren dann am Schwimmen, am Baden und am vor Wellen Angst haben, bis, ziemlich gegen Abend meine Kleine endlich auch mal in das warme Wasser wollte.
Man muss sich das Holthusenbad so vorstellen, das in einem Flügel das Wellenbad ist und im anderen Flügel das sehr warme und sehr kalte Wasser. In verschiedenen Becken, versteht sich...
Wir also nun im warmen Wasser. Pisswarm. Man schwitzt im Wasser. Das ist etwas, das man verbieten sollte. Man verharrt also regungslos im Wasser, wären die Kleine (Guck mal Papi, ich kann schon um das ganze Becken mich hangeln) einen Aktionismus entfaltet, als würde sie nie schwitzen.
Ich sollte etwas nicht vergessen zu erwähnen. Ich hatte einen komischen Eindruck, als wir ins Warme kamen. Papi mit drei Kleinen kommt in die Halle. In der Halle nur junge Frauen und junge Männer. Keiner von denen alleine. Einen Komischen Eindruck hatte ich.
Meine Mittlere:"Papi, warum stellt der Bademeister hier überall Kerzen auf?"
Ich so: "Weisnich" (was nich ganz richtig und nicht ganz falsch war)
Meine Mittlere: "Papi, vielleicht hat hier jemand Geburtstag, ich frag mal den Bademeister"
Aus den Lautsprechern tropft Kuschelrock #17 oder sowas.
Meine Große: "Papi, die knutschen hier!"
Seit neuestem findet sie das ganz empörend, wenn sich Leute öffentlich küssen.
Ich so: "Nee, lass mal, hier ist kein Geburtstag, brauchst nicht fragen, hier ist heute Knutschtag, glaub ich."
"PAPA, die knutschen hier ALLE!
"Wieso soll ich denn nicht fragen?! Kannst du nicht fragen Papi? Bitte!"
Stummes Beobachten, nachdenken.
Meine Kleine (weinerlich): Papi ich will aber nicht knutschen! PAPA! Papi, ich will auf deinen Arm!"
"Hört mal, Kinder, ich glaube, wenn wir hier jetzt kuscheln, dann sieht das echt komisch aus, ich glaub wir gehen lieber jetzt nach Hause."
Meine Große: IHHBöärks!! Die leckt den Mann an!!!!
Meine Mittlere: Außerdem finde ich Küssen ekelig.
Wir waren definitiv in der falschen Veranstaltung. Heute war Romantic Irgendwas hier.
Meine Kleine: "Dann will ich aber Nudeln mit Tomatensoße."
Ich so: "Ok. Aber es ist schon ziemlich spät, dann mal schnell raus hier."
Ich habe mich selten mit Kindern so deplaziert gefühlt. Ich meine, die Frauen haben uns meist angelächelt, aber die Männer guckten immer etwas säuerlich.
Mit Kindern kuscheln ist echt ne GANZ andere Liga, und sollte es dann bitte auch bleiben.
2008-05-05
Men in Black
Wir wollte ja nur schwimmen gehen. Erster Mai. Feiertag. Klar haben die Schwimmbäder in Hamburg da auf. Schwimmsachen mit drei Kleinen zu packen ist eine Sache, für die man etwa eine Stunde und drei Tonnen Nerven einplanen muss. (Nein, ich will das Handtuch in den Koffer (!) legen! Nein, ich! Nein, du hast schon meinen rechten Badelatschen reingetan! Üäääääähhh! Nagut, dann tu ich meinen linken selber rein! NEIN!)
So. Los gehts. U-Bahn Sengelmannstraße, Richtung Ohlsdorf.
Auf dem Weg dahin:
Meine Große: "Papa, guck mal, die haben alle schwarze Sachen an."
Meine Mittlere: "Papa, warum rennen die so?"
Ich so: "Vielleicht kommt gleich eine U-Bahn. Oh guckt mal, ganz viele Polizisten."
Wir sind bei der U-Bahn Station. Alles voll mit milchgesichtigen 17-Jährigen von der NPD, alle in schwarz. Man wird den Eindruck von lustiger Schnitzeljagd nicht so ohne weiteres los. Dann kommen ungefähr superviele Polizisten in Demo-Outfit auf den Bahnsteig.
Man sieht vor lauter Grün nix mehr.
Es macht sich der unschöne Eindruck breit, das wir uns in einem Raum-Zeit-Punkt befinden, wo Kinder eigentlich nicht hingehören. Rückzug ist leider verstellt.
Meine Große bekommt Angst. So richtig fröhlich bin ich auch nicht mehr.
Meine Kleine: "Papa, das sind Polizisten, die kenn ich schon. Die waren schon mal im Kindergarten, da haben die uns erklärt, wie man über die Straße gehen muss, Papa, so, so, Papa, und so!"
"AAAchtung, Helm auf!!" Die Herren in Grün machen ein weißes Ding auf ihren Kopf und sehen aus wie Klonkrieger. Meine Mittlere heult.
"Chef, Helm auf!" (kein Witz)
Der einzige Weg ist U-Bahn fahren. Ohlsdorf. Wir steigen aus, Schwimmbad wir kommen.
Schwimmbad hat zu. Kein hinweis, kein Zettel, nix.
Einer der Klonkrieger: "Hören Sie, gehen sie hier mal schnell weg, hier ist gleich Krieg"
"Papa, was ist Krieg?"
"Hört mal Kinder, das doofe Schwimmbad hat zu, wir gehen jetzt einfach in das andere" (in Volksdorf, U-Bahntechnisch das andere Ende der Stadt, die Abkürzung über Barmbek ist nicht möglich. Die Haltestelle ist, wie der U-Bahnsprecher immer wieder liebenswürdigerweise mitteilt, wegen einer Demonstration gesperrt).
Meine Erfahrung ist, dass, wenn man in so einer Situation erklärt, was Krieg ist, dann verzögert sich der Rückzug um EINIGES. Daher habe ich das dann in der U-Bahn nachgeholt.
Die Kinder waren der Meinung, dass das ein ganz doofer Tag ist. Uns begleiteten diesmal Damen und Herren vom schwarzen Block, selbstverständlich in schwarz. Etwas älter und deutlich schlechter gelaunt. Ich habe den Kindern dann noch erklärt, wie man das machen muss, damit eine U-Bahn entgleist. Die Frage war irgendwie aufgekommen.
Meine Mittlere: "Papa, das finde ich gar nicht schick, dass wir jetzt sooo weit mit der U-Bahn fahren sollen!! Ich will ein Brötchen!"
In Volksdorf war das Schwimmbad natürlich auch zu. Aber mit der Erklärung, das ja Feiertag wäre. Was für die Schwimmbäder Hamburgs meiner Erfahrung nach eine neue Ausrede ist.
Wir sind dann zuhause in die Badewanne gegangen. Hah.
Edith: Unendlich viele Rechtschreibfehler.
2008-04-11
Opus #1
Der Weinach mann Brauch Hilfe
Es war einmal ein Weinachsmann Der Hate zu wenig Geschenge.
Da Hate Lilien [*1] garkeine Geschenge
Sie hatte eine Ninian [*2] die was bekomen hat und sie war Froo das Sie ein Parr Geschenge bekomen hatte Uund Lilian war Ser Sauer weil sie keine Geschenge Bekomen hat
sie Sagte zu ira Mama:"Ich will auch geschenke haben?""Ja OK." sagte die Mama "Ich Rufe den Weinachsmann an."Jaa" Rief Lilion. Sie Ruft den Weinachsmann an. Da Sagte Der Wenachsmann:"Meine Frau ist noch geschenge kaufen OK.""Ja OK." Sagte dan die Mama
zu Lilien kam der Weinachsmann dann dan Sagte Lilian als sie die Geschege hate. Lilien rief:"Juhu." Sie pakt so Fort ire Geschenge aus. Sie hat Bekomen. Ein Fharrat, 2 Baby [*3], Eine Puppe, Klamoten für die Puppe, Klamoten Für Sich. Die Mama Sagt:"Pu Da ist Ja das nomal Gut gegangen."
Lilian und Ninian sin ser Froo das sie etwas Bekomen haben.
und Lilian Sagte dem Weinachs-mann: du Fergesliger Weinachsmann und dake ser Für die tolen geschenge. Der Weinachs-mann Sagt:"Bitte meine Frau Hatt zu wenige Geschenke OK?" "Ja OK Ist gut." Sagen Lilian und Ninan.
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Dies ist die Transskription der ersten Geschichte, die sich meine Große vor ein paar Tagen ausgedacht hat und aufgeschrieben hat. Hier veröffentlicht mit der Genehmigung der Autorin.
[*1] Laut Autorin Eigenname
[*2] möglicherweise Freund oder Freundin(?) von [*1]
[*3] Laut Autorin Barbiepuppen
Nächstes Jahr melde ich sie für den Literaturnobelpreis an. Nee. Übernächstes. Man muss ja realistisch bleiben.
Gleich platze ich. Himmelarsch.
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gerdbrunzema
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2007-07-31
2007-05-10
Streptokokken
Heute hing im Kindergarten ein Schild:
"Wir haben Streptokokken im Elementarbereich!"
Erster Gedanke: Das ist dann doch etwas genauer, als ich wissen wollte.
Zweiter Gedanke: Ach! Ihr meint das doch sicher ganz anders!!
Öhm.
HAHA!
Update: Es ist anders gemeint. Es ist Erzieherinnenfachsprech.
Nochn update: Eigentlich sind Streptokokken gar nicht lustig.
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gerdbrunzema
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2007-05-02
Erziehung
Geschwister über die Erziehung ihrer Kinder:
Sie so: Du bist ja fies!!
Er so: Die waren ja zuerst fies.
edit:typo (hach!)
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gerdbrunzema
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