2012-04-27

Übersetzungsdarwinismus.

Google übersetzt das so:

"Angesichts der Darwinismus, muss auch unsere kognitiven Fähigkeiten das Ergebnis der natürlichen Selektion zu sein. Jeder Aspekt des menschlichen Gehirns Physiologie und Psychologie wurde vollständig von seinen Wert für das Überleben fixiert. Dies bedeutet, dass nirgendwo auf der menschlichen evolutionären Pfad eine Sorge um die Wahrheit zwangsläufig ins Spiel kam. Solange eines Organismus kognitiver Apparat es ermöglicht, am Leben zu bleiben, brauchen ihren Glauben nicht wahr sein, oder sogar vernünftig. Es besteht kein notwendiger Zusammenhang zwischen dem Überleben Potenzial eines kognitiven Systems und der Wahrheit des Glaubens es produziert ... dies bedeutet, dass wenn Naturalismus wahr ist, dann haben wir keinen Grund, darauf vertrauen, dass alle unsere Überzeugungen tatsächlich wahr sind zu haben, und dazu gehört auch unser Glaube an die Wahrheit des Naturalismus. "



Und das technische Prinzip von translate.google.com ist tatsächlich gewissermaßen ein "survival of the fittest" der Übersetzungsvarianten vergleichbarer Texte im Netz (sehr wichtig als globaler Referenztext übrigens: die Bibel als meistübersetzter Text).



Ich würde das so übersetzen:

Darvinismus vorrausgesetzt sind sogar unsere kognitiven Fähigkeiten das Ergebnis natürlicher Selektion. Jeder Aspekt menschlicher Hirnphysiologie und Psychologie sind vollständig durch ihren Überlebensvorteil ausgebildet. Das bedeutet, das nirgendwo entlang der menschlichen Evolutionsgeschichte die Frage nach Wahrheit notwendig ins Spiel kam. So lange die kognitiven Instrumente eines Organismus dafür sorgen, das er am Leben bleibt, brauchen dessen Überzeugungen nicht wahr oder auch nur vernünftig sein. Es gibt keine notwendige Verbindung zwischen dem Überlebenspotenzial eines kognitiven Systems und der Wahrheit der Überzeugungen, die es produziert.


Dies bedeutet, wenn Naturalismus wahr ist, dann haben wir keinen Grund sicher zu sein, das irgeneine unserer Überzeugungen wirklich wahr ist, und das schließt unseren Glauben an die Wahrheit des Naturalismus ein.

(englische Quelle: Quoted by James Spiegel in The Making of an Atheist, p. 58-59)

2012-04-25

Portrait.

Wir haben dann über Portrait geredet, ich habe über Portrait geredet.

Dass Tizian über Gegenstände die religiöse Feigenblattbotschaft anhand eines äh, versehentlich sparsam bekleideten Mädels, dass über einem durch einen Schädel gehaltenes Buch ergriffen die Hand vor die Brust hält und ebenso ergriffen gen Himmel blickt, darstellt. Dass die Nazarener Giottokitsch produzierten, dass Herr Hammershöi depressive Welten zeigt und Lucian Freud einfach geil ist.

Und dass Fotos inszeniert werden und nicht inszeniert werden und so inszeniert werden, dass sie nicht inszeniert aussehen.

Und das Partyfotos auf Facebook und überhaupt Portraitfotos Welten erzählen, in denen das Portrait schlüssig erscheint, ohne das diese Erzählung wahr sein muss.


Und ich würde jetzt gerne schreiben, dass sie dann ganz ergriffen waren. Und dass wir dann begeistert Fotos gemacht haben.


Aber wir haben vorher unbegeistert Fotos gemacht und hinterher war Pause.

2012-04-22

Papa.

"Papa, du bist der beste Papa der Welt!"
"Jaaa!"
"Genau!!"

"Nee, bestimmt nicht. Ich bin sogar ein ziemlich schlechter Papa." (Sie werden das später wahrscheinlich begreifen. Man begreift sowas immer später.)


"Hahaaa! Papa! Wir haben ja gar keinen anderen! Also: Bist du nämlich der beste Papa!"


Das werde ich später wahrscheinlich begreifen.





Ich bin dann schnell aufs Klo gegangen.

2012-03-07

Alvin Plantinga vs. Naturalism 1:0.


“Given Darwinism, even our cognitive faculties must be the result of natural selection. Every aspect of human brain physiology and psychology was entirely fixed by its survival value. This means that nowhere along the human evolutionary path did a concern for truth necessarily come into play. So long as an organism’s cognitive apparatus enables it to stay alive, its beliefs need not be true or even reasonable. There is no necessary connection between the survival potential of a cognitive system and the truth of the beliefs it produces...this means that if naturalism is true, then we have no reason to be confident that any of our beliefs are actually true, and that includes our belief in the truth of naturalism.”


As quoted by James Spiegel in The Making of an Atheist, p. 58-59

Think about it.

2011-12-25

Nettelnburg.

Wir fuhren also um 13:00 an Heiligabend nach Nettelnburg. In die Christophoruskirche. Da haben wir ein Krippenspiel aufgeführt. Dazu muss man wissen, was Nettelnburg ist. Alles, was Blankenese und Schanzenviertel nicht ist.

Jedenfalls. Die drei Engel waren Roma-Kinder, Josef hatte einen Nebenjob als Hirte, da kam ihm sein ADHS sehr zu Hilfe. Die Hauptkämpfe der Darstellerinnen gingen um die goldene Plastikkrone, die sich die heiligen drei Königinnen teilen mussten, von denen eine kein Wort sagen wollte, jedenfalls ganz sicher nicht ihren Text. Der wurde dann von einer freundlichen Peruanerin gesagt.

Das Krippenspiel war ein Zwei-Ebenen-Stück, in dem ein Dialog zwischen einem nölenden, arbeitslosen Biertrinker und der Moderatorin den erzählerischen Sinn der von den Kiddies ausgeführten Handlung (zweite Ebene) deutlich machte. Ich war eine Hälfte der ersten Ebene. Und ich war nicht die Moderatorin.

Wer mich kennt, weiß, dass es äh, die fünftbeste Idee ist, mich Texte lernen zu lassen. Es ging gut, GOTTSEIDANK, aber WIE!! Texte auswendig lernen ist so sehr meins wie zum Beispiel Ballett-Rezensionen schreiben. Ich geh hier nicht in die Details, das wäre nicht gut. Ist auch nicht so wichtig.

Die Darsteller wurden einzeln von Zuhause abgeholt. Sonst hätten sie wahrscheinlich den Termin vergessen und wären nicht gekommen.

Zwischen den Szenen gab es Musik mit Singen und am Ende nochmal Funk und Reggae, die die theologischen Feinheiten textlich nochmal im Einzelnen erläuterten.

Der Laden war gut voll. Russische Familien. Roma Familien. Und andere und deutsche auch. Alle haben sich in der Kirche sehr schnell, äh, zuhause gefühlt. Es war genial.

Hinterher gabs Geschenke und Unmengen Essen. Wir mussten die Kirche hinterher schrubben.

Es war "Hilfe, die Herdmanns kommen!" on Steroids.


Und es war wundervoll.


Best Weihnachtsfeier ever.

2011-12-14

Weihnachtsfeiern sind schön.

Weihnachtsfeiern sind eigentlich sehr schön. Heute war eine. Mit ausschließlich freundlichen Menschen, ich lüge nicht. Ich freue mich über all das, was ich die Gelegenheit, die Möglichkeit habe, zu tun. Ich mache diese Dinge sehr gerne und sie sind wichtig. Es fällt mir nicht schwer, es fühlt sich nicht wie Arbeit an.

Weihnachtsfeiern sind echte Arbeit für mich. Ich war gerne dort, es war lustig und hat viel Spaß gemacht.

Aber Weihnachtsfeiern sind echte Arbeit für mich.



Noch fünf Stück, dann ist es vorbei.

2011-12-09

Kunst AG.

Zwei Jungs erfinden eine Stadt. Sie zeichen den Stadplan auf A3-Blättern. Mit Bleistift und Buntstift. Sechs Blätter haben sie schon gekachelt. Es sollen mindestens neun werden.

Ein Mädchen entwickelt gerade modezeichnend eine Sommerkollektion. Sie wird sie dann nähen und es wird eine Modenschau als Film geben. Model und Kamerafrau stehen in den Startlöchern.

Außerdem werden Mangazeichnungen in großen Mengen produziert. Und Grafiti.

Dann gibt es Einzelgänger und -innen, die still vor sich hin produzieren und es keinem zeigen.

Und einen Kerl, der seine krausen Gedanken in seltsamen Diagrammen zu bändigen soll. Und es zumindest versucht.

Ansonsten diskutieren wir über Macciavelli und Justin Bieber.

2011-12-07

James Bridle.

Web Directions Sydney 2011 final from Hunting With Pixels on Vimeo.


Bitte anschauen und extrem beeindruckt sein. Dankeschön.

2011-11-28

Das Dunkel hell.


Ja. Es macht das Dunkel hell. Ja.





Soon and very soon

Text & Music: Andrae Crouch
Soon and very soon we are going to see the King.
Soon and very soon we are going to see the King.
Soon and very soon we are going to see the King.
Hallelujah, hallelujah, we're going to see the King!
No more crying there, we are going to see the King.
No more crying there, we are going to see the King.
No more crying there, we are going to see the King.
Hallelujah, hallelujah, we're going to see the King!
No more dying there, we are going to see the King.
No more dying there, we are going to see the King.
No more dying there, we are going to see the King.
Hallelujah, hallelujah, we're going to see the King!
Should there be any rivers we must cross,
should there be any mountains we must climb,
God will supply all the strength that we need,
Give us grace 'til we reach the other side.
We have come from every nation.
God knows each of us by name.
Jesus took his blood and he washed my sins away.
Yes! There are some of us, who have layed down their lives.
But we all shall live again on the other side.

2011-11-27

Schweizer Nationalflagge.

Ich habe einen Nachbarn drei Türen weiter. Er grüßt immer freundlich. Sieht aus wie diese Leute mit Schlips und Aktenkoffer. Deutlich jünger als ich. Häufig mit einer Sporttasche unterwegs. Die Freundlichkeit von jemandem, der Karriere machen will. High potential nennt man das wohl. Wechselnde Freundinnen, glaub ich. Er hat eine Fußmatte vor seiner Tür in Form und Farbe der Nationalflagge der Schweiz. Ich habe noch nicht darüber nachgedacht.

Gestern Abend gegen 21 Uhr hörte ich eine Frauenstimme lang anhaltend sehr laut schreien.

Auf dem Flur war es kaum zu ertragen. Ich rief zwei mal ziemlich dumm HALLO!!

Türknallen. Rumpelnde Geräusche. Türknallen.

Eine Männerstimme, die mir heute noch nachhallt, sehr seltsam verzerrt, schreit was von Messer, Psychiatrie und "Du willst mich ermorden".

Ich rief die Polizei. Man muss wissen, dass ich für die Polizei ziemlich blöd zu erreichen wohne. Aber sie waren schnell.

Ich weiß nicht, was dann passierte. Als sie kamen, war es sehr stille.

Und so ist es bis jetzt.


Ich werde wohl nicht erfahren, was dort passiert ist oder beinahe passiert ist. Ich wills auch nicht wissen. Wirklich nicht.

Wenn man mal die ganzen schönen Lügen beiseite wischt, das ist das hier auf diesem Planeten ein ziemlich übler Ort.

Nun seid Ihr wohl gerochen.

Johann Sebastian Bach ist ein nicht unwesentliches Argument dafür, dass es einen paradiesischen Himmel geben muss...


Und der Güttler Ludi ist einfach nicht von dieser Welt.

Was.

Ist.

Das.

Wunderbar.



via @alles_b

2011-11-25

Stationen.

Brüder, Schwestern! Es gibt Momente, Zeiten, da muss man Entscheidungen Treffen, die biographisch anstehen. Lebenslaufstationen, die für jeden Menschen zu der gesetzten Zeit vor der Tür stehen und nicht weggehen.

So eine Zeit habe ich jetzt nicht.

Und dennoch. Genauso fühlt es sich an.

2011-11-09

Theo.

Ich hab ihr voll ins Gesicht geschlagen, deswegen brauch ich jetzt einen Verband, sagte sie und hielt mir ihre Hand hin. Unverdächtig sah die aus, die Hand. Theo heiße ich und komme aus Mikronesien, ich bin hierher entführt worden, und ich hab ihr darum voll ins Gesicht geschlagen, was is jetzt nun mit dem Verband? Mit mir sprach eine, äh, nicht dünne Frau, die ihren gesamten Besitz auf einem Fahrrad transportierte. Ihre Hand war ein bisschen geschwollen. Wie sie denn zu dem Namen Theo gekommen sei, ich kann einen Pass zeigen, ich kann einen Pass zeigen, es ist wirklich wahr, keiner glaubt mir das auch die Behörde nicht, darum wollen die mir kein Geld geben auf dem Amt, in Mikronesien reden die französisch und meine Sprache ist Französisch. Auf einer kleinen Plastikkarte ist ein Junge mit kurzen Haaren zu sehen, der augenscheinlich Theo heißt. Aha. Und aus Mikronesien, ja, aus Mikronesien, das ist im Ozean in der Nähe von Australien. Wie sie denn hierhergekommen, ich bin entführt worden von dieser fiesen Sau, ich hab der voll ins Gesicht gehauen. Und wie sie denn nach Deutschland, mit dem Frachter, mit dem Frachter, ja, da fahren immer Frachter, die kommen nach Hamburg, damit hat sie mich hier her entführt, die Schlampe, meine Hand tut immer noch weh. Nein, das war nicht teuer, die Frachter sind nicht teuer, die brauchen ja kein Strom, die haben ja Segel und fahren ganz billig.

Sie lebt in den Grünflächen an der Alster in der Nähe des amerikanischen Konsolats (da ist es sicher, die haben Gewehre).


Ich komm gut mit ihr aus.

2011-11-05

Staub.

Da ich gerade mein Leben aufräume finde ich lauter Sachen von lange her und freue mich durch den Staub hindurch. Ich habe meine Russisch-Sachen wieder ausgegraben und werde das wieder aufwärmen. Ich habe meinen ganzen Papierstau abgearbeitet und habe jetzt soetwas wie ein Papierverarbeitungssystem. Ich habe ganz viele Mails gelöscht.
Man könnte meinen, ich werde plötzlich ordentlich. Das glaube ich noch nicht. Noch nicht.


Ach, ich freu mich gerade über die unvermittelte Energie, mit der ich plötzlich die vergangenen Jahre entstaube.

Ich werde mir einen Staubsauger kaufen müssen...

HA!!!

Und ich habe zwei sehr schöne Wasserschalen für Aquarell.

2011-11-01

A.

A. war immer betrunken und fröhlich.

Er roch wie Obdachlose halt riechen, wenn sie nicht duschen können und ihr Besitz an Kleidung sich auf das beschränkt, was sie anhaben. Er sprach kaum deutsch, aber er war freundlich und zugänglich. Ausgeschlagene Zähne und blaue Augen hatte er öfter, weil er von seinen, nunja, Freunden regelmäßig verprügelt wurde. Er bekam fünf Mal ein Zelt, es ist ihm jedesmal geraubt worden. Blaues Auge, ausgeschlagene Zähne.

A. war immer betrunken und fröhlich.

Er war quittegelb, als er zuletzt gesehen wurde, kam ins Krankenhaus wurde operiert und war dann verschwunden. Seine, nunja, Freunde sagten er sei tot. Seine Schwestern kamen aus Polen, vier blonde Frauen, die, äh, sehr polnisch aussahen. Sorgenvolle, ratlose Gesichter. Krankenhäuser anrufen, Psychiatrien anrufen. Er ist weg. Unauffindbar. An seinen üblichen Schlafplätzen, seinen Pfaden, ist er nicht. Auch nicht als Leiche. Die Polizei ist für den Fall eines verschwundenen obdachlosen Polen zur Zeit nicht übermäßig leicht zu interessieren.

Bis vor einer Woche war ich sicher, dass er tot ist. Das bin ich jetzt nicht mehr.

Er scheint noch eine Schwester in Deutschland zu haben. Er ist offenbar im letzten Jahr mehr als zehn Mal operiert worden. Er scheint ein Kind zu haben. Man findet die seltsamsten Sachen heraus.

Aber A. bleibt verschwunden.

Seit ca. einem Jahr habe ich Kontakt zu einigen Obdachlosen. Warum das so ist, ist eine Geschichte, die ich vielleicht ein andermal erzähle. Sie hat mit Äthiopien zu tun.
Jedenfalls sind das extreme Menschen, die unter extremen Bedingungen extremes leisten, um am Leben zu bleiben. Da sind, sagenwirmal, sehr bunte Lebensläufe.

Vielleicht weiß ich bald mehr.