Ich lese einige Weblogs. Schon seit Jahren. Man verfolgt dabei, und das merkt man spät, wie andere Menschen älter werden. Wie sie leiden, wie sie geniessen, wie sie verzweifeln und sich trösten. Man kann ein Leben sehen, das jaja, möglicherweise so gar nicht stattfindet, aber das tut nichts.
Und man sieht Trends kommen und gehen (erinnert sich jemand an die Stöckchen-Manie vor einigen Jahren?, "Blog-Karneval", anyone?), ältere Verwandte und Freunde sterben, Kinder werden geboren. Leben halt.
Und ich merke dann manchmal, wie ich dazugehöre, und wie ich das nicht tue. Wie soziale Konstellationen (z.B. die Tatsache, dass ich Kinder habe) Sozialkontakte begünstigen und behindern, wie ich mich in einem bürgerlichen Umfeld wiederfinde und allmählich, bedauernd und erleichtert gleichzeitig, das vertraute Befremden spüre.
Ich schaffe es zum Beispiel einfach nicht, eine quasi erotische Beziehung zu ökologoschen Nahrungsmitteln zu entwickeln. Zum Beispiel. Ich bin kein Genießer solcher Dinge. Ich genieße überhaupt wenige Dinge. Zeichnungen zum Beispiel, die genieße ich. Entschuldigung.
Aber das ist nur ein Beispiel. Ich merke einfach, das ich nicht richtig funktioniere für bestimmte Sozialkontexte. Ich bin vermutlich auch kein Mehrwert, sondern eher anstrengend für eben diese Sozialkontexte.
Ich freunde mich gerade mit dieser Tatsache an. Wir kennen uns schon lange, aber jetzt planen wir eine sehr langfristige Zusammenarbeit, ich und diese Tatsache.
Ich gehöre irgendwo anders hin. Und ich lerne gerade Leute kennen, die mich umhauen in ihrer Nichthierhergehörheit.
Anyway. Was ich eigentlich sagen wollte: Ich liebe all diese Weblogs. Und teilweise auch die Menschen dahinter (ich kenn ja längst nicht alle).
Ich kanns empfehlen, dieses Webloglesen. Und zeichnen. Das kann ich auch empfehlen.
2010-11-17
Weblogs lesen.
2009-10-26
Im Raume stehende Frage.
Hin und wieder denke ich, was machste hier eigentlich. Und gutgelaunt antworte ich dann immer: "Na, hier mach ich, was ich will!! Mal dies mal das, hier darf ich nämlichstenst!" Mal Musik, mal ein Gedicht, mal Photo, mal selbergeschrieben, mal Kinnings und Zeug. Und Kunst. Und dann auch mal eher nix.
So. Und schlecht gelaunt antworte ich dann immer: "Na, konzeptloses Zeug, das einen bestenfalls wirren Eindruck von mir erzeugt, wo Du eigentlich ganz was anderes machen solltest. Lass es und mach mal was nützliches."
Ich denke, ich sollte mehr über Zeichnung schreiben. Das denke ich immer, wenn ich den Eindruck habe, ich sollte hier irgend einen Zweck verfolgen. Und da ich, das wäre ja, was den Zweck von Weblogs angeht, das Naheliegenste, kein Autor literarisch ambitionierter Texte bin, und als Freund von verschachtelten Bandwurmsätzen, auch keiner zu werden gedenke, ich nun sporadisch überlege, was ich denn nun hier mache, scheint mir, über Dinge, die sehr wichtig sind, nämlich Zeichnung, zu schreiben, geeignet, die im Raume stehende Frage angemessen zu beantworten.
Was ich in Bälde zu tun gedenke. Ich hab zwischenzeitlich ein paar neue Zeichnungen auf meine Seite geladen, und mich dazu durchgerungen, die Druckgraphik, die ich mache, ebenfalls auf meiner Seite zugänglich zu machen.
Das mit dem "durchgerungen" meine ich übrigens genauso.
2009-09-24
Und alle so "Wer?".
Kleiner Nachschlag zu "yeaahh": Demnächst in den Charts....
Was für eine Eigendynamik sowas kriegen kann. Wahnsinn.
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gerdbrunzema
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Labels: internetz, musik, unglaublich
2009-09-18
Und alle so: "Yeaahh".

Heute war ich auf dem Gänsemarkt. Da war auch Frau Merkel zu Besuch. Ich war wegen dem hier anwesend. Mein erster Flashmob. Es war großartig.
Hier das eingesetzte Flashmobwerkzeug:
Ab etwa 2:36 kann man sich die hier Rückseite meines Werkes ansehen...
Was eine geile Story. Was wohl der Typ denkt, der das auf das Wahlplakat geschrieben hat.
Wo ist das Plakat eigentlich? Sicher gerade auf eBay...
Ich habe dabei außerdem den Herrn Ennomane offline kennen gelernt (auf Ennos Video sieht man mich und mein Werk auch kurz von vorne).
Als Beweis, das ich hier keinen Blödsinn erzähle, sozusagen.
Ein sehr schönes Erlebnis, das.
Und überhaupt. Ein schönes Ende für einen Tag, der nicht danach aussah. Ich liebe das Leben.
Das ist ein Entschluss.
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gerdbrunzema
um
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Labels: fun, Hamburg, internetz, politik, streetart, unglaublich, video
2009-05-04
Jeder sollte zeichnen.
Frau von der Leyen will auf eine sehr trübe Weise das Internetz zensieren. Null demokratisch legitimiert, technisch, ähm, fragwürdig, und inhaltlich gut gemeint im Sinne von "das Gegenteil von Gut".
Es gibt eine Petition dagegen. Hier.
Die sollte man mitzeichnen. Jeder kann das.
Los! Jetzt!
Danke.
Ja, ich hab schon.
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gerdbrunzema
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2009-03-14
Clay Shirky on newspaper.
"When a 14 year old kid can blow up your business in his spare time, not because he hates you but because he loves you, then you got a problem.".
So true.
Wir leben in wilden Zeiten. Und, im Gegensatz zu Luthers Zeiten, ökologisch, wirtschaftlich und global .
Ich bemühe mich ja, das optimistisch zu sehen. Ist nicht einfach, aber zur Zeit schaff ich das noch.
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gerdbrunzema
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2009-03-12
Da ja grad so viel passiert.
Wenn man die letzten Tage Stunden die Netz- und Holzmedien so followed verfolgt, wie da so alle ihre Meinung sagen, weil, wir haben ja hier Meinungsfreiheit, wo kämen wir dahin, und außerdem, das steht doch da, geh doch einfach auf den Link, die waren doch da und haben alles getwittert, wieso denn, was fragst du denn da noch, ist doch alles klar, was willst du denn NOCH??
Ich will von meinem Recht auf Meinungs-NICHT-äußerung gebrauch machen.
Was ich hiermit aufs INTENSIVSTE tue.
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gerdbrunzema
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2009-02-21
Der weisseste Junge.
Was sind das für irre Zeiten, was Musik angeht. Man weiß ja gar nicht wohin vor lauter super Musik.
Allerdings.
Das ich mir Musik kaufe, oder auch nur wiederholt und intensiv anhöre. Passiert eigentlich nicht mehr.
Oh, stimmt nicht. Ich hab mir vor ein paar Tagen zwei CD's gekauft. Leisure/Blur und Spirit of Eden/Talk Talk. Für 3,-- und 4,99 Euro. Drei und Vierneunundneunzig. Ich hab erst gedacht, das kannste nicht machen: Talk Talk für 4,99 kaufen.
Was sind das für irre Zeiten, was Musik angeht.
The whitest boy alive. Bin da wahrscheinlich wieder der vorletzte, der die findet. Die spielen die ganzen Loops zu Fuß.
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gerdbrunzema
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2009-02-18
Der Wanderer über dem Nebelmeer.
Großartig.
Claude Closky ist einer der wenigen Internetkünstler die mich immer wieder plätten.
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gerdbrunzema
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Labels: internetz, kunst, unglaublich
2009-01-08
Telefonmalerei.
Da malt einer mit seinem iPhone.
Also, wenn die Malsoftware einigermaßen ist, super. Skizzblock, Photoapparat, Malereidings all in one.
Supersupersuper.
Super.
Nennt mich reaktionär, aber ich mach das dann aber doch lieber ohne Strom. Wenn da meine Drawing-app abstürzt, heb ich sie einfach wieder auf. Und die Grafikdatei ist dann auch immer noch da.
2008-11-08
Regierungswechselregierung
Die haben das sowas von verstanden.
Change.gov
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gerdbrunzema
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2008-09-19
Dufte Praline.
Wenn man mal nix hilfreiches zu sagen hat, und in einem Weblog, in dem man meint (und ich denke, zu Recht meint) tun und lassen zu können, was man will, dann, dann ist das schön, wenn es so viele seltsame und schöne und gute und irre Sachen im Internetz gibt, die man verlinken kann.
Was ich ja zur Zeit ausgiebig mache. Es gibt ja, wie der Welt-Weisheitspool RTL uns mitteilt, gute Zeiten und schlechte Zeiten.
Und schlechte Zeiten zeichnen sich dadurch aus, das sie viel Wahrheit sind.
Und gute sind angenehm und sehr geeignet, schlechte Zeiten vorzubereiten.
Und so, haha, ist plötzlich das Gute Scheiße und das Schlechte voll dufte. Dieses Esoterik-Tschakka, den viele meiner Mitmenschen als Gesprächsreflex drauf haben ist für mich übrigens ein major pain in the ass, falls es jemanden interessiert.
Und dann gibt es ja noch das an Unverschämtheit grenzende Muster, das nichts nur schlecht oder nur gut ist. So kann ich, ohne in Einzelheiten gehen zu wollen, sagen, das es mir zur Zeit, öhm, überwiegend eher zweitklassig geht und ich das in SEHR vielen Aspekten als markerschütternd befreiend empfinde.
Und ich kann mich an gute Zeiten erinnern, in denen etwas morsch-müdes war das man nicht im mindesten lokalisieren konnte, etwas, das einen diffus verzweifeln ließ und einen mitten in intaktem Sozialleben vereinsamen läßt und KEINER darf das verstehen können, denn es geht einem ja gut.
Wenn man es schafft in allem zu sein, also gegenwärtig, also wenns super ist das auch super zu finden, und nicht den Hurricane am Horizont suchen, und wenns Scheiße ist, das auch Scheiße zu finden, und mit dem zu leben und in der Gewöhnung nicht zu vergessen, das Scheiße Scheiße ist und nicht eine organische Praline mit originellem Duft, DANN, dann ist man vermutlich superweise und unsterblich oder sowas und kriegt immer umsonst Himbeereis.
Ich krieg nie umsonst Himbeereis.
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gerdbrunzema
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2008-03-15
I need more napkins!!!
Ist das großartig. Himmelarsch. Sowas möcht ich echt mal erleben. Als Publikum jetzt.
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gerdbrunzema
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2008-03-10
Bielefeld
Ich habe vor einigen Jahren man eine wirklich sehr schöne Ausstellung in Bielefeld gehabt.
Ich bin mir da nicht mehr so sicher.
Ach so...
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gerdbrunzema
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2007-12-07
Schwchsnn 2.0
Hier ist was für Web 2.0 Deppen.
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gerdbrunzema
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Labels: internetz