Ja, und van Gogh schnitt sich dann ein Ohr ab, denn Vincent van Gogh machte keine halben Sachen, um es der Prostituierten, in die er verliebt war, zu opfern, die, so sagt die Legende, van Gogh lächerlich fand und ihn mit der Forderung seines Ohrs auf die Probe stellen und eigentlich loswerden wollte. Er trank Absinth und Terpentin und malte Sternenhimmel, die genau so aussahen, er malte jahrelang dunkle braune verzweifelte Bilder, zog dann nach Südfrankreich, und nein, es reicht nicht, einfach ein Haus in Südfrankreich zu haben, und fackelte dann in drei Jahren sein Genie ab, griff Gauguin mit dem Messer an und das kann man so und so sehen, verkaufte genau ein Bild an seinen Wirt als Mietanzahlung, glaubte, das Geld von seinem Bruder Theo seien Verkaufserlöse seiner Werke jedenfalls wollte er das glauben und erschoß sich dann so ungeschickt, das er tagelang starb.
Das erzählte ich während mein Malkurs schwieg und mit Acryl Landschaften malte.
"Übrigens", sagte eine Teilnehmerin, "der Cousin meines Urgroßvaters war Emil Nolde."
2010-12-02
Vincent und Emil.
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gerdbrunzema
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2009-09-18
Und alle so: "Yeaahh".

Heute war ich auf dem Gänsemarkt. Da war auch Frau Merkel zu Besuch. Ich war wegen dem hier anwesend. Mein erster Flashmob. Es war großartig.
Hier das eingesetzte Flashmobwerkzeug:
Ab etwa 2:36 kann man sich die hier Rückseite meines Werkes ansehen...
Was eine geile Story. Was wohl der Typ denkt, der das auf das Wahlplakat geschrieben hat.
Wo ist das Plakat eigentlich? Sicher gerade auf eBay...
Ich habe dabei außerdem den Herrn Ennomane offline kennen gelernt (auf Ennos Video sieht man mich und mein Werk auch kurz von vorne).
Als Beweis, das ich hier keinen Blödsinn erzähle, sozusagen.
Ein sehr schönes Erlebnis, das.
Und überhaupt. Ein schönes Ende für einen Tag, der nicht danach aussah. Ich liebe das Leben.
Das ist ein Entschluss.
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gerdbrunzema
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2009-06-02
Hamburg.
Ich bin ein Bewohner Hamburgs. Ich liebe diese Stadt, seit ich in ihr lebe. Und eines der Dinge, die ich an dieser Stadt liebe, will ich jetzt mal erzählen.
Ich fahre recht viel Bus in dieser Stadt. Und da sind viele Menschen. Saubere Menschen, dreckige Menschen. Betrunkene Menschen, nüchterne Hamburger. Anzüge und Jogginghosen. Miniröcke und Kopftücher. Kaffeefarbene und rosafarbene Menschen. Und vieles andere mehr.
Die haben sich sicherlich nicht alle lieb. Aber, wenn ein Penner lallend bittet, aus dem Weg zu gehen, dann antwortet der Anzug "Büddesehr". Und wenn einer laut wird im Bus, das sagt irgendwann einer "So, lass mal jetz, is gut." Bei der nächsten Station sagt dann der Busfahrer, das er "möchte, dass der etwas aufgeregte Herr bitte meinen Bus verlässt". Und wenn eine offenbar lesbische Frau einer guten Freundin lautstark am Handy erklärt, wie ihre Geliebte ihre Orgasmusprobleme "in den Griff bekommen hat", dann sieht man eine Menge angestrengt aus dem Fenster blickende Gesichter, einige kämpfen mit dem Lachen, einige fremdschämen sich in Grund und Boden.
Die berühmte Hamburger Arroganz, die ich so befürchtet hatte, als ich hierher zog, sie hat sich mir gegenüber bisher fast ausschließlich als ein starkes Bemühen um Toleranz, höflicher Hilfsbereitschaft, respektvoller Distanz und einem staubtrockenen Humor formuliert.
Aber das ist alles nicht das, was ich sagen will. Denn hier in Hamburg wird offensichtlich die ganze Welt zusammengehalten.
Es sind die großen dicken afrikanischen Frauen. Wer die schon mal hat reden hören auf "Englisch", "Französisch" oder deren jeweiliger afrikanischer Sprache, der weiß was ich meine.
Eine von ihnen steht im Bus. Sie hat einen Kinderwagen mit einem kleinen schlafenden Jungen bei sich. Aber man sieht ihn kaum. Sie ist umwickelt mit einem Kleid, das so bunt ist, dass sich die Pupillen verkrampfen, wenn man länger darauf schaut. Textiltechno, quasi. Auf ihren gebändigten Kringelhaaren thront eine Turbanartige Skulptur an der irgendwas Glitzerndes hängt.
Der Bus hält, und eine weitere große dicke afrikanische Frau betritt die Bühne. Sie begrüßt die Mutter von vorhin mit einer LAUTEN Altstimme. Eine laaange Begrüßung, die offensichtlich eine detaillierte Beschreibung ihres Kleides und eine Begutachtung des Sohnemanns einschließt. Dann werden ERSTAUNTE Fragen gestellt, dem Fluss Antwort wird mit Freude, Trauer oder Wut im Gesicht, in den Händen, Beinen, Körper gefolgt. Es erzählen beide zugleich, die eine mit ihrer Altstimme, die andere mit ihrem Gesicht, mit ihrer geraden elastischen Körperhaltung, ihren empörten, freudigen, wütenden, lachenden Händen. Es sieht aus wie ein Tanz mit Herzen, Mund und Händen. Der Junge wacht auf und jammert. Er wird einfach lustig gelacht. Wie das funktioniert hab ich leider nicht verstanden.
Die Grand Dame mit Kind muss an dieser Haltestelle die Bühne verlassen. Der Bus senkt sich, das Tor geht auf, eine afrikanische Frau mit Kind verlässt den Bus. Was nicht bedeutet, das die Konversation abrupt endet. Erst als sich der Bus wieder hebt (ein dezentes Signal der Regie, die Szene zu beenden) trennen sich die Beiden.
Die im Bus verbliebene Afrikanerin lächelt, holt ihr Handy raus, und singt die nächsten zehn Minuten das Erlebte da rein. Dann trennen sich auch sie und der Bus.
Diese afrikanischen Frauen halten ganz sicher die Welt im innersten zusammen.
Und das ist eines der Dinge, die ich an dieser Stadt liebe.
Weiter mit Musik von Jungs, die sicher solche Mamas hatten:
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gerdbrunzema
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