Zwei Jungs erfinden eine Stadt. Sie zeichen den Stadplan auf A3-Blättern. Mit Bleistift und Buntstift. Sechs Blätter haben sie schon gekachelt. Es sollen mindestens neun werden.
Ein Mädchen entwickelt gerade modezeichnend eine Sommerkollektion. Sie wird sie dann nähen und es wird eine Modenschau als Film geben. Model und Kamerafrau stehen in den Startlöchern.
Außerdem werden Mangazeichnungen in großen Mengen produziert. Und Grafiti.
Dann gibt es Einzelgänger und -innen, die still vor sich hin produzieren und es keinem zeigen.
Und einen Kerl, der seine krausen Gedanken in seltsamen Diagrammen zu bändigen soll. Und es zumindest versucht.
Ansonsten diskutieren wir über Macciavelli und Justin Bieber.
2011-12-09
Kunst AG.
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gerdbrunzema
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2011-04-14
Lernen.
Was ich gelernt habe. Wenn man aufgrund von Biografischen Ereignissen konsequent sein zu müssen meint und grundsätzliche Entscheidungen trifft, dann kann man nicht erwarten, dass die zukünftige Biografie (also ich, dann) sich daran halten wird.
Denn wenn der Geist schlussfolgert, tut dies das Herz noch lange nicht. Und es ist fieserweise ja nicht so, dass das Herz immer einfach das Gegenteil will. Neinnein. Es wird einfach Nebel geworfen. Empörenderweise.
Und DAS, lässt einen dann, im Nebel stehend, überlegen. Watnu?
Jetzt kommts.
Nix. Einfach nix. Ehrlich zu bleiben versuchen versuchen. Zu allen, Gott und der Welt, sozusagen. Also auch zu sich selber. Versucht das mal! Gar nicht so leicht, finde ich.
Darin scheitern und nicht mehr so dolle scheitern. Repeat. Und dann mal wieder so richtig dolle scheitern. Repeatrepeat.
"Denn am Steuer seines Lebens, lenkt man doch meist vergebens"
(Andreas Dorau, Song "So ist das nun mal")
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gerdbrunzema
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2011-04-04
Urteil.
Urteilen ist eine Interaktion. Ich beurteile, ich werde beurteilt. Das ist so. Die Frage ist, gefällt mir das, möchte ich urteilen, möchte ich beurteilt werden. "Niemands Knecht und niemands Herr" war lange ein Kernsatz meines Regelwerks, nach dem ich mich sozial bewegt habe.
Dieser Satz ist eine Täuschung. Das geht nicht. Das ist ein Machtlos-Ideal, eine anarchistische Fata Morgana. Denn das ist Nicht-Beziehung. Beziehung ist u.a. das hin- und herfliessen von Aufmerksamkeit. Das ist notwendig ein oszillierendes Machtverhältnis. Alleine schon die Entscheidung, Aufmerksamkeit auf jemanden zu richten ist ein Akt von Machtausübung.
Wenn man sich nun wiederfindet in einem Machtgefüge, dass durch Aufmerksamkeitsmechanismen regiert wird, dann stellt sich unbedingt die Frage nach der Gut- bzw. Böswilligkeit der Aufmerksamkeit. Und das hängt davon ab, ob ich das Objekt der Aufmerksamkeit für meine Zwecke brauche, es also letztendlich um mich geht, oder ob ich es schaffe, von einer "Selbstzentriertheit" zu einer tatsächlichen "Anderenzentriertheit" zu gelangen. Denn bleibe ich selbstzentriert, dann opfere ich das Objekt meiner Aufmerksamkeit im Notfall, und mein Profit geht über die Wahrheit, die ich in dem Anderen sehen kann.
"Anderenzentriertheit" (hiermit entschuldige ich mich ausdrücklich für die Hässlichkeit dieses Wortmonsters) ist der Kernmechanismus von Liebe, davon bin ich absolut überzeugt.
Darin ist es möglich, Wahrheit zu sein ohne kalt und gleichgültig zu sein.
In fact, Wahrheit ohne Liebe ist nicht wirklich Wahrheit sondern stolze Rechthaberei.
Und Liebe ohne Wahrheit ist nicht wirklich Liebe, sondern sentimentale Eitelkeit.
An der Stelle wird deutlich, das Liebe immer Macht und Machtlosigkeit ist. Sein muss.
Und Gleichgültigkeit ist sozialer Tod.
Und das ist alles schön und gut, aber trotzdem muss ich Leute beurteilen und es fühlt sich OBERSCHEISSE an.
Work in progress.
Nevermind.
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gerdbrunzema
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2011-03-28
Zwillinge in der Gebärmutter unterhalten sich.
"Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?"
"Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das was uns erwartet."
"Ach geh, das gibt es doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?"
"Das weiß ich auch nicht genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?"
"So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Wo überhaupt? Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das Herumlaufen gar nicht, die Nabelschnur ist ja jetzt schon viel zu kurz".
"Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders."
"Es ist noch nie einer zurückgekommen von 'nach der Geburt'. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine Quälerei und dunkel."
"Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen."
"Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"
"Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein!"
"Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."
"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt...."
(Von Henry Nouwen.)
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2011-02-24
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2010-11-06
Jedem seine Kunst.
Und warum gibt es Kunst frug ich nochmal und leere, erstaunte Gesichter schauten von ihren Handys auf. Na, Kunst gibt Sinn, und ist wertvoll und schön und sieht gut aus und gefällt mir und ist cool und.
Wenn jeder sich also den Grund, warum es Kunst gibt beliebig ausdenken kann, so räsonierten wir, dann könne man es ja auch, aus Zeitersparnis einfach ganz lassen, einen Grund zu finden.
Aber warum gibt es dann Kunst, und es fing wieder an, das sich etwas Anstrengung in die Gesichter schlich.
Und dann kam er, der Satz, auf den ich gehofft hatte.
"Kunst liegt im Auge des Betrachters"
Sozusagen: Der eine mag Ellsworth Kelly, der andere Thomas Kinkade.
So? sagte ich. Wenn also der Betrachter ausschließlich bestimmt, was Kunst ist, Kunst also relativ ist, und zwar vollständig relativ zum Betrachter, wie kann ich dann wissen, ob Kunst überhaupt existiert? Wenn ich etwas als Kunst identifiziere, mit Begründung, Argumenten, Gefühl und all das, und jemand anderes sagt:
Nein.
Wie kann ich dann wissen wer recht hat? Ob überhaupt jemand recht hat?
Also wenn da was ist, das unter Kunst verhandelt wird, und darüber besteht kein Zweifel, dann kann das nicht vollständig relativ sein. Dieser Augen-Satz ist eine auf die Kunst angewandte Variante des Satzes, der seit den 60ern aus der Diskussion über das alles und den ganzen Rest nicht verschwunden ist, eine Tatsache, die mich immer wieder verdutzt.
"Alles ist relativ"
Es geht nicht. Der Satz (und damit auch die Augen-Satz-Variante) zerstört sich selbst. Denn er ist NOTWENDIG eine absolute Aussage. Wenn nur fast alles relativ ist, dann gibt es etwas absolutes, einen Nullpunkt im Koordinatensystem, den es zu finden gälte, koste es was es wolle, denn dort besteht Hoffnung auf Wahrheit.
Wenn der Satz aber eine absolute Aussage ist, ist nicht alles relativ.
So einfach und zur Denkfaulheit einladend UND die Hoffnung zerstörend ist das alles und der ganze Rest NICHT.
Wo und wie hat man die Chance, absolutes zu identifizieren? Und wie kann man sich da sicher sein, da ja absolutes per Definitionem etwas Gesetztes ist, also nicht beweisbar sein kann und darf (dann wäre es ja relativ zu den Beweisen).
Wir brauchen eine Konstruktion, die so etwas ist wie "risikoarmes Vertrauen aufgrund von starken Indizien".
Und wenn man die für Kunst finden kann, dann sollte sie auch für das alles und den ganzen Rest zu finden sein.
Denke ich. Aber vieles davon ist noch Baustelle.
Vieles.
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gerdbrunzema
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2010-10-25
The Wayfaring Stranger.
Er ist neulich gestorben. Ich rief im Seniorenwohnheim an, um mich für den üblichen monatlichen Wochenendtermin anzukündigen. "Wenn sie Sonntag kommen, kann ich nicht garantieren, das er dann noch hier ist."
Ich fuhr also am Freitag. Er lag in seinem Bett und starb gerade. Er war in der Nacht auf Samstag damit fertig. Er hatte seit einer Woche nichts mehr gegessen, keine Medikamente, nichts getrunken.
Als ich in ansprach sah er mich an und faltete die Hände. Hab ich übrigens auch getan, damit ihrs wisst.
Frieden wünsch ich ihm.
J. 3,16
Ich habe über ihn geschrieben. Hier, hier, hier, hier, hier, hier.
Vorgestern hab ich dann seinen Nachlass sortiert. Ich verwahre seine Zeichnungen und Bilder. Vielleicht stelle ich die mal online.
Ich hab jetzt eine Menge Stifte und Papier mehr.
Scheiße.
I'm just a poor wayfaring stranger
A-traveling through, this world of woe.
Yet there's no sickness, toil nor danger
In that bright land, to which I go.
I'm going there to see my father
I'm going there no more to roam;
I'm just go-ing over Jordan
I'm just go-ing over home.
I know dark clouds will gather round me
I know my way is rough and steep;
Yet beauteous fields lie just before me
Where God's redeemed, their vigils keep
I'm going there to see my mother
She said she'd meet me when I come;
I'm just go-ing over Jordan
I'm just go-ing over home.
I'm just a poor wayfaring stranger
I'm just go-ing over home.
Quelle
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gerdbrunzema
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Labels: philosophie, theologie, würde
2010-08-15
Authors@Google: Tim Keller.
Ich mag seine Stimme. Interessante Argumentation. Und er ist fair. Sieht man selten.
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gerdbrunzema
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2010-07-07
Faszination und Befürchtung.
Ich möchte gerne mal wieder von einer Person wirklich fasziniert sein. Das ist lange her, dass ich das war. (Verehrte Damen und Herren, ich rede hier nicht von Verliebtsein oder die Sehnsucht danach. Beileibe nicht. Und beiseele auch nicht.)
Nicht, dass das nur angenehm war. Um genau zu sein, das war es nur sporadisch, aber man ist auf eine sehr intensive Art lebendig, wenn man in einer solchen Auseinandersetzung steckt, die der Kern jeder Faszination ist.
Heute bin ich auf eine hartherzige Weise sehr schnell anderer Leute müde. Das ist sehr schlimm.
Und das liegt nicht am Internet. Auch wenn es sonst natürlich an allem Schuld ist. Es liegt an vielen Dingen, mir.
Ich möchte, dass das anders wird, und werde deshalb wieder anfangen, Sozialgymnastik zu machen. Und da stelle sich bitte jeder, der möchte, was Interessantes und wahlweise Anstrengendes vor.
Im übrigen bin ich der Befürchtung, dass dieses Land sich in einer weit strukturelleren Krise befindet als die meisten denken. Ich mache mir wirklich Sorgen und würde nicht wetten, dass die politischen Strukturen, in denen wir heute leben, in sagenwirmal zehn Jahren noch existieren. Ich mache mir wirklich Sorgen. Das Taktieren und die konzeptionelle Ratlosigkeit in Berlin, mit der man die ganze Zeit belästigt wird, ist, fürchte ich, nur ein Symptom einer philosophischen Krise, die im Wettstreit der Ideen und Weltanschauungen gerade sehr unpassend ist.
Und bevor das hier noch schlimmer wird, beende ich diesen chaotischen Text.
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gerdbrunzema
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2010-05-17
Wichtige Fragen.
Was mir immer mehr gefällt: Zu beobachten, dass Kunst, die sich um Fragen, vielleicht sogar wichtige Fragen dreht, den Kollaps von Markt ziemlich ungerührt an sich vorrüber gehen lassen wird.
Es. Geht. Nicht. Um. Markt.
Es. Geht. Nicht. Um. Geld.
NICHT.
Update:
Ich glaube, es geht noch nicht mal um die neue Währung Aufmerksamkeit. Die ist, genau wie Geld ein Kollateralbonus, wenn man seine Arbeit gut macht, oder dies zumindest überzeugend versucht.
Wie macht man seine Arbeit gut?
Mein derzeitiger Forschungsstand: Wahrheit und Liebe ausbalancieren.
Und man startet entweder bei liebloser Wahrheit oder liebevoller Lüge.
Still a long way to go.
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gerdbrunzema
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2010-01-08
Kleiner, einfacher, freundlicher.
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gerdbrunzema
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2009-12-24
Zu Weihnachten.
Was für ein Text. Wie immer man zu solch einer Nachricht steht. Was für ein Text.
"Ursprung und Wesen alles christlichen Lebens liegen beschlossen in dem einen Geschehen, das die Reformation Rechtfertigung des Sünders aus Gnade allein genannt hat. Nicht was der Mensch an sich ist, sondern was der Mensch in diesem Geschehnis ist, gibt uns Aufschluss über das christliche Leben. Hier ist die Länge und die Breite des menschlichen Lebens in einen Augenblick, in einen Punkt zusammengefasst, die Ganzheit des Lebens ist in diesem Ereignis umschlossen. Was geschieht hier? Ein letztes, von keinem menschlichen Sein, Tun oder Leiden zu Ergreifendes. Der finstere, von innen und außen verriegelte, immer tiefer in Abgrund und Ausweglosigkeit sich verlierende Schacht des menschlichen Lebens wird mit Macht aufgerissen, das Wort Gottes bricht herein; der Mensch erkennt zum ersten Mal in rettendem Licht Gott und den Nächsten. Das Labyrinth seines bisherigen Lebens stürzt zusammen. Der Mensch ist frei für Gott und seine Brüder. Er wird inne, dass ein Gott ist, der ihn liebt und annimmt, dass ein Bruder neben ihm steht, den Gott liebt wie ihn selbst, dass eine Zukunft ist bei dem dreieinigen Gott mit seiner Gemeinde. Er glaubt, er liebt, er hofft. Vergangenheit und Zukunft des ganzen Lebens fließen in der Gegenwart Gottes in eines zusammen. Die ganze Vergangenheit ist umschlossen von dem Wort Vergebung, die ganze Zukunft ist aufgehoben in der Treue Gottes. Die vergangene Sünde ist in den Abgrund der Liebe Gottes in Jesus Christus gesenkt und überwunden, die Zukunft — wird ohne Sünde ein Leben aus Gott sein (1. Joh. 3, 9). Das Leben erkennt sich ausgespannt und gehalten von einem Grund der Ewigkeit zum anderen, von der Erwählung vor der Zeit der Welt bis zum ewigen Heil, es erkennt sich als Glied einer Gemeinde und einer Schöpfung, die das Lob des dreieinigen Gottes singt. Dies alles geschieht, wenn Christus zu den Menschen tritt. In Christus ist dieses alles Wahrheit und Wirklichkeit, und eben weil es kein Traum ist, darum ist das Leben des Menschen, dem die Gegenwart Christi widerfährt, von nun an nicht mehr ein verlorenes, sondern ein gerechtfertigtes Leben geworden, gerechtfertigt aus Gnade allein."
Dietrich Bonhoeffer (Ethik, München, 1958, S. 75)
Schenk ich jedem zu Weihnachten.
Was man damit macht. Nun. Die Bitterkeit abwaschen. Den Zorn entsorgen (lassen). Leben ist sich einlassen. Einlassen. Anklopfen.
Sowas halt.
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gerdbrunzema
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2009-12-11
2009-11-28
Schönheitsschnitt.
Das ist das faszinierenste an Collage/Performance/Irgendwas, das mir seit einiger Zeit untergekommen ist.
Denn was man da sieht ist ja eine Aggression, wie man sie selten sieht. Gegen was? Da sind diese Schönheiten aufeinandergestapelt, festgeklebt aneinander, zerschneiden und krakeln, immer weiter immer weiter.
Nochmal. Wogegen richtet sich diese Aggression? Gegen den Schönkeitskult? Wessen? Der Frauen unter(gegen)einander? Gegen Frauen?
Mich bringt sowas ja immer etwas durcheinander. Denn man landet nach einiger Zeit bei dem merkwürdigen Gedanken, ja, das richtet sich gegen Frauen (was ja so ohne weiteres nicht so richtig in Ordnung ist), ja, das richtet sich gegen Schönheitskult (der die Frauen zu knechten scheint, weshalb das dann eventuell doch in Ordnung ist).
Was denn nun?
Beides.
Es ist ein Aufbegehren gegen die Macht der Schönheit. Das wütende Eingeständnis, das Schönheit aus der Fassung bringt. Das Schönheit unmittelbar berühren wird.
Und das ist eine schicksalhafte Last für Frauen, glaub ich. Und das ist eine schicksalhafte Angst für Männer, glaub ich.
Und das ist mitunter ein ziemliches Scheißspiel, weiß ich.
via
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gerdbrunzema
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2009-11-24
De profundis clamo ad te.
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gerdbrunzema
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2009-10-05
Mensch Paul.
Eine der schönsten Beschreibungen der Liebe, die ich kenne. Erstaunlicherweise von einem, der im allgemeinen als schon eher als hart und pedantisch und sowas fühlbar ist.
Die Liebe ist langmütig,
die Liebe ist gütig
die Liebe neidet nicht,
die Liebe tut nicht groß,
sie bläht sich nicht auf,
sie benimmt sich nicht unanständig,
sie ist nicht egoistisch,
sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu,
sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit,
sie freut sich aber mit der Wahrheit,
sie erträgt alles,
sie glaubt alles,
sie hofft alles,
sie erduldet alles.
So.
Jetzt machen wir mal ein Experiment:
Ich bin langmütig,
Ich bin gütig,
Ich neide nicht,
Ich tue nicht groß,
Ich blähe mich nicht auf,
Ich benehme mich nicht unanständig,
Ich bin nicht egoistisch,
Ich lasse mich nicht erbittern,
Ich rechne das Böse nicht zu,
Ich freue mich nicht über die Ungerechtigkeit,
Ich freue mich aber mit der Wahrheit,
Ich ertrage alles,
Ich glaube alles,
Ich hoffe alles,
Ich erdulde alles.
Tja. Das wären dann wohl weitgehend dreiste Lügen. Das schafft man wohl nicht von alleine. Leider.
Das soll anders werden. Das muss anders werden. Das wird anders werden.
Mal sehn.
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gerdbrunzema
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2009-03-30
Welten und Worte.
Dieser Satz ist eine Frau.
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gerdbrunzema
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Labels: philosophie
2009-02-10
Peter Piller.
"Ich habe gehört, dass Ihre Studenten in drei knappen Sätzen erzählen müssen, was sie tun oder in drei interessanten Sätzen die Auskunft verweigern sollen. Wie lauten Ihre drei Sätze?
Peter Piller: Ich bin ja kein Student mehr."
Ein gutes Interview.
Und ich weiß wieder nicht mehr, woher ich das habe. Misto.
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gerdbrunzema
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2008-10-06
Get lost.
Es scheint Ideen zu geben, die irgendwie jeder schon mal hatte. Jedenfalls ist der hier nicht der erste, der sowas sagt. Aber das ist eine schöne Zusammensetzung verschiedener Ideenfetzen, von denen ich sicher bin, das sie jeder schon mal gehabt hatte, der schon mal in einer neuen Stadt gewesen ist oder sich selbiges vorgestellt hatte.
Ich kenne allerdings keinen, der das schon mal gemacht hat.
Außer Doris Dörrie mit Kind. Aber die kenne ich ja nicht wirklich, nicht mal übers Internetz.
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gerdbrunzema
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2008-09-08
Motörhead.
Der ist ja richtig klug. Boah. Also so richtig mit nachdenken, und so. Ich hab Vertreter dieser Branche immer für ziemliche Tröten gehalten.
Nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.
Ich hab zu DIVERSEN Punkten eine andere Meinung. Aber das sind wenigstens Meinungen und Deinungen, die selbstgemacht zu sein scheinen. Das ist doch mal was.
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gerdbrunzema
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Labels: musik, philosophie
