Ich hatte einfach Lust, mal wieder mit Öl zu malen. Nach Jahren.
Ein Schutztuch hängt über einem alten Bild, das so halbverpackt an meinen Kunstbüchern lehnt. Weißes Regal, fast nur weiße Bücher, ein rotes, ein blaues. Weißes Schutztuch, zerknittert.
Und dann verliert man sich VOLLSTÄNDIG in einer Orgie von Weißschattierungen und hört kein Telefon und kommt fast zu spät zu allem.
Und das Bild, das Bild ist einfach grundscheiße geworden.
Ich hab lange nicht mehr so viel Spaß gehabt.
Mach ich morgen wieder.
2011-04-08
Mussini.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
21:47
2
Kommentare
Labels: malerei
2011-03-10
Wer es aus der Natur kann reißen, der hats.
Leute, der Plan ist folgender.
Ich zeichne was (von in echt und nicht von Fotos, das hab ich etwas zu viel gemacht, will ich grad nicht mehr).
Auf einem maximal A4renen Blatt. Dann kommt das in eine Klarsichthülle, welche ein folienschreibernes 10mm-Raster trägt.
Dann kommt ein 700x500-Bristolkarton mit einem bleistiftenem Raster (ich hör ja schon auf). Auf den übertrage ich die spontane Zeichnung in einen gefrorenen Gedankenzustand. Mit Aquarellfarbe.
Warum?
Weiß ich nicht genau. Soviel weiß ich: Eine mir sehr wichtige Erkenntnis gerade ist, dass alles lebendige immer spontane Improvisation an einem Skelett von Konzept ist. Und ich meine nicht Kunst oder Malen oder Zeichnen, sondern alles.
Und ich möchte das an einem Arbeitsprozess, den ich mir gebastelt habe (siehe oben) durchdeklinieren.
Und ich mag zeichnen.
Und ich mag Aquarell, und es geht mir unheimlich auf die Nerven. Aquarell ist die einzige Zicke, die ich auf Dauer aushalte, bisher.
Und ich mag überhaupt nicht rastern und möchte das als disziplinierenden Widerstand haben.
Und mir ist sympathisch, dass ich nicht in der Lage bin, die Ergebnisse ins Netz zu stellen, weil der Bristolkarton zu groß für meinen Scanner ist und ich keine Digitalknipse (mehr) habe. Ich bin etwas genervt vom ins Netz stellen, grad.
Und die Überschrift ist ein Zitat von Albrecht Dürer. Man bemerke bitte die doppelte Bedeutung von "reißen".
Dankeschön.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
17:53
5
Kommentare
2010-12-02
Vincent und Emil.
Ja, und van Gogh schnitt sich dann ein Ohr ab, denn Vincent van Gogh machte keine halben Sachen, um es der Prostituierten, in die er verliebt war, zu opfern, die, so sagt die Legende, van Gogh lächerlich fand und ihn mit der Forderung seines Ohrs auf die Probe stellen und eigentlich loswerden wollte. Er trank Absinth und Terpentin und malte Sternenhimmel, die genau so aussahen, er malte jahrelang dunkle braune verzweifelte Bilder, zog dann nach Südfrankreich, und nein, es reicht nicht, einfach ein Haus in Südfrankreich zu haben, und fackelte dann in drei Jahren sein Genie ab, griff Gauguin mit dem Messer an und das kann man so und so sehen, verkaufte genau ein Bild an seinen Wirt als Mietanzahlung, glaubte, das Geld von seinem Bruder Theo seien Verkaufserlöse seiner Werke jedenfalls wollte er das glauben und erschoß sich dann so ungeschickt, das er tagelang starb.
Das erzählte ich während mein Malkurs schwieg und mit Acryl Landschaften malte.
"Übrigens", sagte eine Teilnehmerin, "der Cousin meines Urgroßvaters war Emil Nolde."
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
22:13
0
Kommentare
2010-06-30
Denn da hängt schon eine.
Das Wetter ist sonnig und heiß. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Da findet man Damen, die sonst eher unerlaubt meine Nerven belästigen, plötzlich sonnig und heiß.
Ich finde, es lohnt sich, die Jahreszeiten aus der Perspektive eines milde resignierten Theaterkritikers zu betrachten, der überrascht fest stellt, dass er immer noch zu begeistern ist. Weniges beeinflusst meine Laune so wie das Wetter. Oder genauer, das Licht.
Ach, Licht.
Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich mich, obwohl ich mich zur Zeit in einer eher schattigen Situation befinde, außergewöhnlich, übernatürlich geradezu, gelassen fühle.
Nun bin ich kein Theaterkritiker.
Ich bin Maler und Zeichner.
Was mich sehr beschäftigt zur Zeit: Die Behauptung, nichts sei dem Menschen zugänglich ohne Erzählung. Ich glaube, dass das stimmt. Und das bedeutet, dass statische, bildende Kunst immer narrativ ist. Erst wenn man eine zuvor beschlossene Erzählung in ein Werk zwingt, fliegt einem die Kunst um die Ohren und gerinnt zu Kitsch. Das bedeutet wahrscheinlich, dass man als Zeichner und Maler die Zeichen, die man setzt, als Anker für Erzählung begreifen MUSS, ohne eine Erzählung daran zu hängen. Denn da hängt schon eine.
Aber ich bin noch nicht fertig mit denken.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
11:52
5
Kommentare
Labels: Freundlich, gesundheit, kunst, malerei, Zeichnung
2010-06-04
Rezeptebloggen.
Eitemperafarbe macht man so: Man nimmt ein Glas, das man fest verschließen kann. Es muss gerade Wände haben, also nicht wie eine Cola-Flasche, sondern eher wie ein Honigglas, und einen flachen Boden. Daran klebt man einen Papierklebebandstreifen vom Boden bis zum Deckel. Dann nimmt man ein bis vier Hühnereier und schägt sie auf und kippt den ganzen Inhalt in das Glas, als wolle man Rührei machen. Dabei darf das Glas höchstens halb voll werden. Dann verschließt man das Glas sehr fest und schüttelt es mindestens drei Minuten. Das ist sehr wichtig und wird häufig unterschätzt. Lässt man es daran mangeln, zerfällt die Emulsion sehr leicht. Nach dem Schütteln markiert man die Flüssigkeitshöhe auf dem Papierklebestreifen, wohlgemerkt die Flüssigkeitshöhe und nicht die Schaumhöhe. Dann markiert man die doppelte Höhe auf dem Papierklebestreifen. Dann die Mitte zwischen den beiden Markierungen. Leinölfirniß ist eine klare braune Flüssigkeit mit sahniger Konsistenz. Man bekommt sie im Baumarkt. Diesen Leinölfirniß kippt man bis zur mittleren der drei Markierungen. Dann verschließt man das Glas wieder und schüttelt nochmal mindestens drei Minuten. Ebenfalls sehr wichtig. Dann nimmt man Dammarharzlösung 1:2. Die bekommt man im Fachhandel oder macht sie sich aus Terpentin und Dammarharzbrocken selber, aber das ist eine andere Geschichte. Die Dammarharzlösung kippt man bis zur obersten Markierung. Dann nochmal mindestens drei Minuten schütteln. Dann ist das Eitemperabindemittel fertig. Man muss es nur noch mit Farbpigmenten verspachteln, dann kann man mit der fertigen Farbmasse malen. Trocknungszeit etwa acht Stunden. Halbdeckend. Mit Wasser verdünnbar.
Ich dachte, das solltet ihr wissen.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
20:00
2
Kommentare
Labels: malerei
2009-07-23
Endzeitfilter.
"...ich sehe keinen Film mehr, sondern das Ergebnis eines Photoshop-Tutorials. Endzeitfilter. Das funktioniert so: Gelb weg! Gelb ist 80er, Gelb ist Sonnenuntergang, Gelb ist Retro, Gelb ist Kitsch. Wir leben in harten Zeiten und da ist kein Platz für Gelb." #
Das ist für mich eine der spannenden Fragen, was Photoshop angeht. Wenn da die Malerei des Barock (mit deren Wahrheits- und Erzählfunktionen) stattfindet, was geschieht mit der Beweisbarkeit von Realismus? Wie bauen wir die Bedeutung von Gelb? Angesichts der alten Photographie, die ja offensichtlich Gelb eine zu vermeidende Funktion und Wirkung zugewiesen hat. Wie kann man berichten, wenn Wahrheit nur noch live stattfinden kann? Worin besteht die Wahrheit einer Gerichtszeichnung?
Da ist sie wieder, die alte Pilatusfrage. Was ist Wahrheit?
Die geht nicht weg. Auch mit Photoshop nicht.
2009-06-30
Wo denn nun!
Es gäbe grade viel zu zürnen. Über die mittelgroße Politik unserer lieben Familienministerin hier in Deutschland. Über diverse private große und kleine Angelegenheiten. Aber ich habe meinen Zorn abgegeben. Das bearbeitet jetzt jemand anders.
Deshalb möchte ich auf ein wichtiges Thema zu sprechen kommen. Sehr wichtig. Und meiner eigenen Weltfremdheit keinen Schrecken einjagend sondern beruhigend auf sie einflüsternd.
Es treibt mich schon eine ganze Weile die Frage herum, wo Kunst stattfindet. Da ich mich selber der Zeichnung und der Malerei mich verpflichtet fühle und in diesen Techniken schon eine lange Weile versucht wird Kunst zu produzieren, so lange, dass nicht wenige Leute, denen ich professionell begegne, ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass nur in diesen Techniken (und Skulptur) überhaupt Kunst stattfände (ermüdend, das); da ich mich also diesen Disziplinen verpflichtet fühle, treiben mich medientheoretische Fragen, insbesondere das Internet betreffend, durchaus um.
Es ist nämlich wie mit den Kühen für Stadtkinder: Wieviel an Kunst nehmen wir "direkt" wahr? Und vorher: Was ist "direkt".
Ich komm getz ma mit Malerei.
Noch in den späten 80er Jahren des letzten Jahrtausends war es fast unbezahlbar, farbige Abbildungen von Kunstwerken (Malereien in dem Fall) zu publizieren. Kataloge gabs nur für Großereignisse wie die Documenta, und da auch nicht durchgängig, nur wenige Abbildungen waren aus Kostengründen farbig. Und eigentlich waren die nicht farbig, sondern bunt...
Nicht so heute. PDF zu BookStation oder Lulu oder irgendeine andere online-Buchdruckerei, und man bekommt ein anständiges Werksverzeichnis/Katalog/Kunstbuch zurück. Kost zwar was Geld, aber ist bezahlbar.
Webseiten gibt es seit den 90ern. Flickr, picasa, photobucket, etc seit ca 2000. Weblogs, Socialnetworks, Foren, Communitiy unwattnichall gibt es erst seit ein paar Jahren.
Sie alle haben einen Effekt. Man schaut Photos oder Scans von Sachen an, die als Kunst gemeint sind. Diese Photos und Scans sind nicht als Kunst gemeint. Oder doch? Oder wie?
Unterm Strich ist es etwa so häufig, dass man eine reale Kuh sieht, wie man ein reales Gemälde sieht.
Die gesamte Kunsttheorie/Medientheorie/Interpretationsindustrie bezieht sich auf und rechtfertigt sich mit REPRODUKTIONEN von Kunst-gemeinten Dingen. Aber nicht den Dingen selber. Ein minimaler Prozentsatz Leute, die über Vermeer reden, haben die Bilder gesehen und Diskutieren etwa über sie vor Ort. Geht ja auch gar nicht. Da hats die Literatur oder Musik leichter, sie ist ortsunabhängig wahrnehmbar. Man muss nur lesen oder hören. Kunst hat immer einen Ort und kann eigentlich original nur dort wahrgenommen werden und sonst nicht.
Oder doch? Ist es nicht so, dass sich die Kunst und die Diskussion über Kunst sich soweit virtualisiert hat, das der reale Kunstgegenstand nurmehr eine (ok, notwendige) Vorraussetzung, ein Anstoß ist? Etwa so wie ein Filmset für die Filmproduktion notwendig ist, aber nicht etwa als Installationskunst gemeint und wahrgenommen wird.
Ich sehe so viel hypergeniales Zeug im Internet. Genau. Eben. Im Internet. Kaum etwas davon habe ich jemals offline gesehen. Und, hahaha, auch da meist nur als Print-Katalog.
Das Original wird also irrelevant. Oder doch nicht?
Die entscheidende Frage ist: Wo, an welcher Wahrnehmungsstufe konstituiert sich in der Betrachterwahrnehmung das Kunsterleben? Wenn ich das JPG auf der Internetseite auf meinem (nicht farbkalibrierten) Monitor sehe? Im Katalog? Das Bild beim Atelierbesuch? Beim auspacken des Pakets/Briefumschlags? An der Wohnzimmerwand? Im Museum/Kunstverein/in der Galerie?
Das ist insbesondere dann eine entscheidende Frage, wenn man mit dieser Problematik künstlerisch arbeiten will, d.h. nicht die Malerei auf der Leinwand, sondern die Tatsache, das ein JPG-Photo dieses Gemäldes im Internet auf einer Homepage oder (und das ist etwas anderes!!) auf flickr oder in einem Themenforum existiert, soll das kunststiftende Moment sein.
Zumal die reproduzierte Wirklichkeit in Form von Filmen und Photos derart überhand genommen hat, dass man an der Reproduktion als GROSSER Bestandteil der Alltagswahrnehmung überhaupt nicht vorbeigehen kann. Denn ma ehrlich: Wieviel reale Dinge außerhalb von Urlaubssituationen nimmt man wirklich ästhetisch (und damit potenziell als Kunst) wahr? Also nix Fernsehen, Zeitung, Bildbände etc. ? Na?? Nich soo viel, oder?
Im Barock gab es noch den Gegensatz von Naturschönheit und Kunstschönheit. Wir kennen Naturschönheit nur noch im Urlaubsfoto, aber nicht als Alltagserfahrung. Mit einer Außnahme: Street Art, die das urbane reale Leben zum ästhetischen Gegenstand hat. Prompt schaut man sich Häuserwände als ästhetisches, kunstfähiges Phänomen an. So wie "het straatje" von Vermeer...
Und darauf kommt man nur, weil man im Internet Seiten findet, die einem das nahelegen.
So kommt man zu einer extrem verwirrenden Gemengelage, in der einem dann allmählich klar wird, dass sich IM BETRACHTER aus der Mixtur der Verschiedenen reproduzierten Informationen plus eventuellem Realerleben ein Gesamtbild ergibt, dass dann für Kunst (gute oder schlechte) gehalten wird oder nicht. Und Online und Offline spielen sich dabei die Bälle zu, das man nicht weiß wo und wie man dazwischengrätschen soll.
Es ist vielleicht vergleichbar mit dem erleben von Musik, erst im Radio oder Fernsehen oder Myspace, last.fm oder wasauchimmer, dann irgendwann Livekonzert und dann weiß man, ob das nu gut ist oder nicht, und leider funktioniert der Vergleich überhaupt nicht. Denn Musik ist (auch) ein Sozialphänomen, Musik und Literatur nur bedingt, zu Marketingzwecken, aber nicht einfach so aus sich heraus. Mit Kunst als Sozialphänomen fang ich jetzt hier nicht mehr an, weil ich dazu keine Lust habe.
So und was heißt das nun für die gemeine Hausfrau?
Bitte immer selber gucken. Bitte immer so vielfältig wie möglich (oder nötig, je nach Interesse) gucken.
Überhaupt gucken.
2009-05-26
Weltruhmdusche.
Das ist schon seltsam, wenn man an seinem Arbeitsplatz sitzt, so seine verhältnismäßig öden Sachen so erledigt und dann eine Mail von The Junction Mag bekommt, man hätte da...
Ähm.
Man sollte, um die Tragweite zu erfassen, vielleicht wissen, das The Junction nicht irgendein Dings ist, sondern das ist THE JUNCTION, MANN!!!
Das sind die, die das Interviewprojekt von David Lynch, Meredith Andrews, die tragische Geschichte vom Guerilla-Garten in L.A., die irren Winterpullover von Lars Holdhus, ähm, sowas, und natürlich Peter Callesen entdeckt, ausgegraben und überhaupt ist das alles sehr wunderbar und unglaublich.
Ich bin dann doch jetzt platt.
Ich bedanke mich. Ich freue mich über die Wertschätzung. Und ich werde gerade so förmlich, dass ich mal lieber aufhöre jetzt.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
10:11
6
Kommentare
Labels: blogs, kunst, malerei, unglaublich, Zeichnung
2009-05-07
Armin Rohr.
Ähm. Ich habe auf dem Weblog von Armin Rohr ein Gastspiel.
Guckt euch doch bitte mal die Malerei von dem ganz genau an.
Ich finde das ganz ganz großartig.
Das hat mir öfter und überaschender in die Fresse gehauen als alles andere an Malerei, die so im Netz herumsteht.
Alleine die Aquarelle. Aber auch die jetzigen Öl-auf-Papier-Sachen. Und die früheren. Und...
Hach.
2009-04-22
Weblogs.
Ich bin gebeten worden, doch noch ein paar Weblogs zu verlinken. Das mach ich dann mal. Nochwas vorweg: Ralf hat natürlich recht. Dat kann keiner alles lesen. Tut auch keiner. Man stuft das ab in oberwichtig, wichtig, nicht so wichtig und mal sehn. Ich finde die Weblogs gut, aber ich lese die nicht alle regelmäßig bis auf das letzte Komma. Man muss ja auch mal was essen. So bitte ich auch das zu verstehen, was ich hier verlinke.
Kunst
Fabrik Project
C-Monster
Juxtapoz
VVORK
rebel:art
woostercollective
rojo
Journal of urban typography
any given name
Kunst machen, oder etwas spezielleres an Kunst
Armin Rohr
Textil & Kunst
notpaper
Am linken Ufer
Beton & Garten
Drawings & Notes
Maira Kalman
Bilder (z.T. Kunst)
Heading East
###
amidships
Martin Heike
an ambitious project collapsing
family portraits
Sexy people
grunge gipsy
UUIUU
\\\
The Big Picture
XPLRR
SUCKA PANTS
Julianas lovely land of neurosis
Design
grijs
But does it float
Musik
RCRDLBL
Lost at E-minor
aurgasm
"Lustig, WTF"
nerdcore
Nils Bokelberg
ahoi polloi
The Blogess
Zum durchlesen
Matt, Liz & Madleine
Hotel Mama
Merlix
Ralf
Mole
septemberRAVE
Ähm. Da gibt es noch ein paar mehr, die ich lese/angucke/mark-as-read-iere, aber ich finde, das ist jetzt mal genuch. Wer sich übersehen fühlt, benachrichtige mich bitte, ein "Entschuldigung bitte!" schon mal als Vorauszahlung...
So, und jetzt muss ich noch den Rest vom Internetz durchlesen...
Edith: Grade eben bei Dev entdeckt: Tot zu mittag. Großartig!
Und, ähm, Dankeschön für die Empfehlung, Devatrox. Das man da immer gleich rot wird...
Zu Dev wäre noch zu erwähnen, dass der großartige links auf delicious hat und nebenbei auch noch bei tumblr tumblrt.
Überhaupt. Danke an alle, die dieses Weblog verlinkt haben. Das ist eine Ehre, und ich freue mich sehr darüber. Das meine ich genau so ernst, wie das klingt.
Danke schön.
Nochmal Edith: ICH HAB NOW vergessen!! Sorry.
2009-01-19
Wyeth.
Andrew Wyeth ist tot. Ist schon am 16. Januar 91-jährig gestorben. Habs jetzt erst mitgekriegt. Schade. Hat sehr hinterhältige scheinbar harmlose Bilder gemalt. Guter Maler.
Man schaue sich "The Helga Pictures" mal an. Bei Gelegenheit.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
14:34
0
Kommentare
2009-01-08
Telefonmalerei.
Da malt einer mit seinem iPhone.
Also, wenn die Malsoftware einigermaßen ist, super. Skizzblock, Photoapparat, Malereidings all in one.
Supersupersuper.
Super.
Nennt mich reaktionär, aber ich mach das dann aber doch lieber ohne Strom. Wenn da meine Drawing-app abstürzt, heb ich sie einfach wieder auf. Und die Grafikdatei ist dann auch immer noch da.
2008-12-11
Kristine Moran.
Boah! So eine Kraft.
Wobei ich noch glücklicher wäre, wenn sie das skulpturen lassen würde.
Ich würde gerne auch mal wieder große Bilder machen. Ich arbeite seit zweieinhalb an einem größeren Bild. Genauer gesagt, steht es fast fertig so lange bei mir rum. Ich haben einen so zerfetzten Wochen und Tagesablauf, ich kann im Moment nur kleinere Sachen machen, AND IT PISSES ME OFF !!!!
Da muss sich bald was ändern, sonst drehe ich durch.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
22:15
0
Kommentare
Labels: malerei
2008-11-30
Laurie Reid.
Je länger ich mich mit diesem Kunstkram rumschlage, desto genauer bildet sich ab, was es sein könnte, das einen da an kurzer und manchmal langer Leine hält. Ist vielleicht auch eine Frage von älterwerden. Es ist bei mir eindeutig das, was während meines Studiums für Kunst die Kingsize- mit- Gewichten- in- den- See-Disqualifikation war: Die Erzählung. Nun sollte ich vielleicht erwähnen, was Erzählung im Kunstsprech bedeutet, weicht es dann doch reichlich vom "Ik vertell di mol wat" ab, dass man gewöhnlich unter Erzählung meint.
Erzählung meint nicht den chronologisch oder eben nicht chronologisch organisierten Bericht von Veränderungen der Welt im Sinne von Journalismus etwa, das wäre dann das, was man (also ich jetze) "plakativ" nennen würde. Erzählung meint das kulturell kartographierte Assoziationsfeld, das ein Kunstwerk mit sich bringt, und sich mit der Assoziationsbiographie der Betrachters zum fummeln ins gemachte Bett (die zu betrachtende Leinwand z.B.) legt. Es geht also um die möglichen Begriffe, die durch dieses befummeln dann da so rumkrabbeln, wie die sich organisieren (sprich: "Was man sich da so denkt, wenn man das Bild anschaut"). Welche Begriffe sind das, wie verbinden die sich, und warum. Da gibt es ausgetretene Pfade auf dem Assoziationsfeld, ganze Hohlwege gar, und manche Wege sind ganz frisch plattgetretene Erde. Ich meine hier nicht die Originalität des Kunstwerkes, sondern die MOGLICHKEIT, angesichts des Kunstwerkes, originell zu denken/zu fühlen.
Was da passieren kann ist so irre manchmal. Und das zu orchestrieren bzw. orchestriert zu sehen, in Opernformat oder als Kammermusik, das ist es, was mich an der Leine hält.
Dieses Interesse ist eher konkret in den Begriffen als abstrakt. Das ist z.B. einer der Gründe, warum ich selbst fast nie abstrakt arbeite. Mich interessiert diese Welt, und ich habe überhaupt keinen Anlass, mich von ihr abstrahierend zu entfernen, und dadurch nur allgemeiner zu werden (sprich: labern).
Und dann passieren so Wunder, die diese Situation, die so schön fein säuberlich durchfabuliert ist, erstmal über den Haufen wirft. Da kommen dann so Leute wie Mark Rothko oder Otto Zitko, und man muss neu nachdenken.
Und neulich hab ich das hier gesehen, und musste sehr neu nachdenken. Ich hab lange nicht so gute abstrakte Kunst gesehen.
via
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
10:26
3
Kommentare
2008-08-24
Norderney. Eins.
So. Ich bin ja nun wieder zurück aus Norderney. Da muss man, wenn man ein Weblog hat, und nach so einem Norderney Schwierigkeiten hat, die alten Online-Gewohnheiten wieder zu aktivieren UND nicht schlafen kann (mawieder), vielleicht doch mal was schreiben über was da so war.
Ich war auf Norderney ja nicht zum Spass, DASS SEI FERNE. Ich habe dort gearbeitet. Allerdings eine Arbeit, die für mich keine Arbeit ist, weil mir die Tätigkeit (Leuten zeigen, wie malen und ZEICHNEN geht) sehr viel Spass macht und eigentlich keine Arbeit ist. Also so wie Torfstechen oder Kohle aus dem Bergwerk kratzen. Isjaauchegal. Jedenfalls: hat superspass gemacht.
Meine Chefin ist eine Frau, die in der Lage ist, ein Künstlerbedarfsgeschäft (ein gutes, und ich kenne schlechte, ich weiß wovon ich rede), Malkurse und die öffentliche Bibliothek der Stadt Norderney zu betreiben. Gleichzeitig. Ok, es finden tatsächlich manchmal Aquarellkurse in der Bibliothek statt. Aber die gibt jemand anderes.
Mir ist das ein absolutes Rätsel.
Norderney kenne ich als Kind noch als Ballermann für Leute mit Flugangst. Das ist lange her. Die sind mittlerweile recht erfolgreich auf dem Weg, ihre kaiserliche Kurorttradition in die Gegenwart zu holen und das sehr überzeugend und überhaupt nicht reaktionär oder sonstwie unangenehm, sondern ziemlich edel.
Der Text wird lang und ich müde. Nächstes mal mehr.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
03:48
0
Kommentare
Labels: kunst, malerei, ostfriesland
2008-02-13
ã–{ƒgƒNƒƒE
Also das ist jetzt was, das ich auf
Ähm, nee.
Anders.
Da gibt es offensichtlich einen Asiaten, der Ölbilder malt. Sehr wahrscheinlich ein Japaner, der Name klingt jedenfalls so. Auf der Seite gibt es nur Zeichensalat (informaition). Und Bilder.
Tja. Der malt, also, irgendwie nix. Und das hyperrealistisch.
Ich habe lange nicht so was wunderbares gemalt gesehen.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
08:00
0
Kommentare
Labels: malerei
2008-02-06
Ach Malen.
Zeichnen ist die Eckkneipe, in der man übernachtet, wenn die Malerei mal wieder eingeschnappt ist.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
12:52
2
Kommentare
2008-01-21
Kohle, Kugelschreiber und Acryl
Er hat keine Angst. "Immer gib ihm!" ist seine Strategie, Bilder zu erzeugen. Dezente Anmerkungen, gewisse Materialien aus technischen Gründen nicht zu kombinieren, werden ignoriert oder ausgelacht.
Eine Landschaft. Mit Kohle, Kugelschreiber und Acryl. Und Wachsmalstiften aus Bienenwachs, worauf er großen Wert legt. Alles zerfällt auf den Bildern. Perspektive, Farbelogik, alles.
Ein Akt. "Da haben die anderen Bewohner aber Augen gemacht!" Die anatomischen Freiheiten sind, sagen wir mal, rasant.
Er ist, wie fast immer, sehr beeindruckt von seinem Schaffen. Die Menschen um ihn rum sind, wie immer, gerührt von seinem Erstklässler-Angebertum.
Dann, viel schneller als früher, wird er müde.
"Das reicht, wir müssen nicht übertreiben, ich wünsch ihnen einen schönen Tag, Herr. Wann kommen Sie wieder?"
Er vergisst immer meinen Namen.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
17:01
0
Kommentare
2008-01-16
Seniorenteller
Die osteuropäischen Dominas sind schnell, auf jeden Fall. Man meide unbedingt die Salate. Es ist einfach zu deprimierend und offenbarend. Lieber irgendwas Gebratenes mit dicker Soße drüber. Das ist rechtschaffen Scheiße und man weiß, was man hat. Er bekommt immer einen Seniorenteller. Es ist schön, ihn so zufrieden, ja begeistert seine Bestellung vollständig vernichten zu sehen. Langsam, die eine Hand ist etwas widerspenstig.
Ein Seniorenteller ist ein Kinderteller, nur mit weniger Gequengel und Geklecker. Dann folgt meist, aber nicht immer, KaffeeundKuchen.
Dazu gehe ich zur Kuchentheke und bestelle bei einem in seiner Gemütlichkeit angedickten Herrn, der seine Debilität in leutseligen Phrasen verpackt. Er strahlt sowas wie "unfähiger Sohn vom Chef" aus. Ich glaube aber nicht, das er der Sohn vom Chef ist.
Er versucht, die Bestellung aufzunehmen (immer ein Kännchen Kaffee, Apfelkuchen und ein Kalorienmonster für mich). Mit einem kleinen Zettel in der Hand gehe ich zurück zum Tisch, für Kuchen herrscht hier ein Ticketsystem wie beim Einwohnermeldeamt.
Eine Domina rauscht vorbei und lässt unsere bestellten Kalorien bei uns ab.
Derart gestärkt erheben wir uns, verlassen laut grüßend das Lokal und schreiten zur Tat.
Mehr später.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
11:32
0
Kommentare
2008-01-15
Huberto P.
Er steht schon immer auf dem Parkplatz, wenn ich mit dem geliehenen, naja Auto ist irgendwie irreführend, Kleinstwagen zu ihm fahre. Er klettert ohne Hilfe auf den Beifahrersitz und klemmt seine Gehhilfe (Früher hieß das Krücke. "Das sagt man nicht mehr!!". Die Dame war ganz frisch von der Fortbildung und war sich Ihrer sprachlichen Überlegenheit sehr sicher.) jedenfalls klemmt er seine Krücke zwischen Tür und Beifahrersitz. Wir fahren dann immer zum Restaurant T.
Das Restaurant ist was besonderes. Mitten im Wald, ein Insidertipp für einerseits Senioren nebst je nach Alter genervtem oder sehr fröhlichem Anhang und andererseits, und hier kommt die surreale Note, die skurrile Würze: motorradfahrende Heavy Metal-Fans. Die Besatzung dieses Restaurant ist durchweg sehr dominant, mit osteuropäischem Akzent. Außer der Chef. Der ist sehr leise und stört niemanden.
Ich habe die Speisekarte fast durch. Sie ist, und das ist wirklich erstaunlich, auf beide Kundengruppen optimal angepasst.
Hatte ich erwähnt, das ich weder Heavy Metal höre, noch übermäßig Lebensjahre angesammelt habe?
Nächstes mal weiter.
Edith: Lauter Scheißrechtschreibfehler. Sorry.
Eingestellt von
gerdbrunzema
um
10:06
0
Kommentare