Ja. Es macht das Dunkel hell. Ja.
Soon and very soon
Text & Music: Andrae Crouch
Soon and very soon we are going to see the King.
Soon and very soon we are going to see the King.
Soon and very soon we are going to see the King.
Hallelujah, hallelujah, we're going to see the King!
No more crying there, we are going to see the King.
No more crying there, we are going to see the King.
No more crying there, we are going to see the King.
Hallelujah, hallelujah, we're going to see the King!
No more dying there, we are going to see the King.
No more dying there, we are going to see the King.
No more dying there, we are going to see the King.
Hallelujah, hallelujah, we're going to see the King!
Should there be any rivers we must cross,
should there be any mountains we must climb,
God will supply all the strength that we need,
Give us grace 'til we reach the other side.
We have come from every nation.
God knows each of us by name.
Jesus took his blood and he washed my sins away.
Yes! There are some of us, who have layed down their lives.
But we all shall live again on the other side.
2011-11-28
Das Dunkel hell.
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gerd
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21:39
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2011-11-27
Schweizer Nationalflagge.
Ich habe einen Nachbarn drei Türen weiter. Er grüßt immer freundlich. Sieht aus wie diese Leute mit Schlips und Aktenkoffer. Deutlich jünger als ich. Häufig mit einer Sporttasche unterwegs. Die Freundlichkeit von jemandem, der Karriere machen will. High potential nennt man das wohl. Wechselnde Freundinnen, glaub ich. Er hat eine Fußmatte vor seiner Tür in Form und Farbe der Nationalflagge der Schweiz. Ich habe noch nicht darüber nachgedacht.
Gestern Abend gegen 21 Uhr hörte ich eine Frauenstimme lang anhaltend sehr laut schreien.
Auf dem Flur war es kaum zu ertragen. Ich rief zwei mal ziemlich dumm HALLO!!
Türknallen. Rumpelnde Geräusche. Türknallen.
Eine Männerstimme, die mir heute noch nachhallt, sehr seltsam verzerrt, schreit was von Messer, Psychiatrie und "Du willst mich ermorden".
Ich rief die Polizei. Man muss wissen, dass ich für die Polizei ziemlich blöd zu erreichen wohne. Aber sie waren schnell.
Ich weiß nicht, was dann passierte. Als sie kamen, war es sehr stille.
Und so ist es bis jetzt.
Ich werde wohl nicht erfahren, was dort passiert ist oder beinahe passiert ist. Ich wills auch nicht wissen. Wirklich nicht.
Wenn man mal die ganzen schönen Lügen beiseite wischt, das ist das hier auf diesem Planeten ein ziemlich übler Ort.
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gerd
um
23:08
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Nun seid Ihr wohl gerochen.
Johann Sebastian Bach ist ein nicht unwesentliches Argument dafür, dass es einen paradiesischen Himmel geben muss...
Und der Güttler Ludi ist einfach nicht von dieser Welt.
Was.
Ist.
Das.
Wunderbar.
via @alles_b
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gerd
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14:50
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2011-11-25
Stationen.
Brüder, Schwestern! Es gibt Momente, Zeiten, da muss man Entscheidungen Treffen, die biographisch anstehen. Lebenslaufstationen, die für jeden Menschen zu der gesetzten Zeit vor der Tür stehen und nicht weggehen.
So eine Zeit habe ich jetzt nicht.
Und dennoch. Genauso fühlt es sich an.
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gerd
um
13:21
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2011-11-09
Theo.
Ich hab ihr voll ins Gesicht geschlagen, deswegen brauch ich jetzt einen Verband, sagte sie und hielt mir ihre Hand hin. Unverdächtig sah die aus, die Hand. Theo heiße ich und komme aus Mikronesien, ich bin hierher entführt worden, und ich hab ihr darum voll ins Gesicht geschlagen, was is jetzt nun mit dem Verband? Mit mir sprach eine, äh, nicht dünne Frau, die ihren gesamten Besitz auf einem Fahrrad transportierte. Ihre Hand war ein bisschen geschwollen. Wie sie denn zu dem Namen Theo gekommen sei, ich kann einen Pass zeigen, ich kann einen Pass zeigen, es ist wirklich wahr, keiner glaubt mir das auch die Behörde nicht, darum wollen die mir kein Geld geben auf dem Amt, in Mikronesien reden die französisch und meine Sprache ist Französisch. Auf einer kleinen Plastikkarte ist ein Junge mit kurzen Haaren zu sehen, der augenscheinlich Theo heißt. Aha. Und aus Mikronesien, ja, aus Mikronesien, das ist im Ozean in der Nähe von Australien. Wie sie denn hierhergekommen, ich bin entführt worden von dieser fiesen Sau, ich hab der voll ins Gesicht gehauen. Und wie sie denn nach Deutschland, mit dem Frachter, mit dem Frachter, ja, da fahren immer Frachter, die kommen nach Hamburg, damit hat sie mich hier her entführt, die Schlampe, meine Hand tut immer noch weh. Nein, das war nicht teuer, die Frachter sind nicht teuer, die brauchen ja kein Strom, die haben ja Segel und fahren ganz billig.
Sie lebt in den Grünflächen an der Alster in der Nähe des amerikanischen Konsolats (da ist es sicher, die haben Gewehre).
Ich komm gut mit ihr aus.
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gerd
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13:07
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2011-11-05
Staub.
Da ich gerade mein Leben aufräume finde ich lauter Sachen von lange her und freue mich durch den Staub hindurch. Ich habe meine Russisch-Sachen wieder ausgegraben und werde das wieder aufwärmen. Ich habe meinen ganzen Papierstau abgearbeitet und habe jetzt soetwas wie ein Papierverarbeitungssystem. Ich habe ganz viele Mails gelöscht.
Man könnte meinen, ich werde plötzlich ordentlich. Das glaube ich noch nicht. Noch nicht.
Ach, ich freu mich gerade über die unvermittelte Energie, mit der ich plötzlich die vergangenen Jahre entstaube.
Ich werde mir einen Staubsauger kaufen müssen...
HA!!!
Und ich habe zwei sehr schöne Wasserschalen für Aquarell.
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gerd
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20:18
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2011-11-01
A.
A. war immer betrunken und fröhlich.
Er roch wie Obdachlose halt riechen, wenn sie nicht duschen können und ihr Besitz an Kleidung sich auf das beschränkt, was sie anhaben. Er sprach kaum deutsch, aber er war freundlich und zugänglich. Ausgeschlagene Zähne und blaue Augen hatte er öfter, weil er von seinen, nunja, Freunden regelmäßig verprügelt wurde. Er bekam fünf Mal ein Zelt, es ist ihm jedesmal geraubt worden. Blaues Auge, ausgeschlagene Zähne.
A. war immer betrunken und fröhlich.
Er war quittegelb, als er zuletzt gesehen wurde, kam ins Krankenhaus wurde operiert und war dann verschwunden. Seine, nunja, Freunde sagten er sei tot. Seine Schwestern kamen aus Polen, vier blonde Frauen, die, äh, sehr polnisch aussahen. Sorgenvolle, ratlose Gesichter. Krankenhäuser anrufen, Psychiatrien anrufen. Er ist weg. Unauffindbar. An seinen üblichen Schlafplätzen, seinen Pfaden, ist er nicht. Auch nicht als Leiche. Die Polizei ist für den Fall eines verschwundenen obdachlosen Polen zur Zeit nicht übermäßig leicht zu interessieren.
Bis vor einer Woche war ich sicher, dass er tot ist. Das bin ich jetzt nicht mehr.
Er scheint noch eine Schwester in Deutschland zu haben. Er ist offenbar im letzten Jahr mehr als zehn Mal operiert worden. Er scheint ein Kind zu haben. Man findet die seltsamsten Sachen heraus.
Aber A. bleibt verschwunden.
Seit ca. einem Jahr habe ich Kontakt zu einigen Obdachlosen. Warum das so ist, ist eine Geschichte, die ich vielleicht ein andermal erzähle. Sie hat mit Äthiopien zu tun.
Jedenfalls sind das extreme Menschen, die unter extremen Bedingungen extremes leisten, um am Leben zu bleiben. Da sind, sagenwirmal, sehr bunte Lebensläufe.
Vielleicht weiß ich bald mehr.
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gerd
um
17:07
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